Natur, Kultur und malerische Orte in der Vesttelemark

Die Telemark ist vielseitig, Kenner bezeichnen sie gerne als „Miniaturausgabe Norwegens“. Womit sie recht haben, denn hier werden fast alle Landschaften Norwegens eindrucksvoll präsentiert: Schären und Fjorde sind da, es gibt riesige Wälder und selbst hohe Gipfel sind vertreten.

Norwegen, Land der Fjorde, der Wälder, der gewaltigen Berge und der Gletscher. Wer das Land entdecken möchte, der sollte Zeit einplanen, denn das Land ist mit bis zu 430 Kilometern zwar schmal, mit 1.752 Kilometern aber auch sehr lang. Wer Norwegen aber in kurzer Zeit und mit kurzen Wegen entdecken möchte, der kann das in der westlich von Oslo gelegenen Telemark. Die Telemark wird gerne als „Miniaturausgabe Norwegens“ bezeichnet, zwischen Fjorden und Schären und den Gipfelkreuzen liegen nur wenige Kilometer. Malerische Orte an den Fjorden und in den Bergen sind das ganze Jahr über Ziel der Gäste, idyllisch gelegene Hütten an den Bergseen wollen entdeckt werden. Kleine Städte mit Theatern und Museen sind Ziel von Kulturinteressierten und jede Menge Technik gibt Einblicke in alte Arbeitsweisen. Auf Naturfreunde warten von durch die UNESCO geschützte Biosphärenreservate und Gipfelkreuze auf recht hohen Bergen.
Gaustatoppen
Das höchste Gipfelkreuz der Telemark steht 1883 Meter über dem Meer auf dem Gaustatoppen. Den erklimmen alljährlich über 40.000 Menschen. Sie haben bei guter Sicht den Blick fast ein Sechstel Norwegens. Verschiedene Wege führen auf den Gipfel, unterschiedlichste Schwierigkeitsgrade warten auf die Wanderer und Berggeher. Wer es bequemer haben möchte, der nutzt die Gaustabahn, die im Inneren des Berges die Besucher in wenigen Minuten fast bis auf den Gipfel bringt. Das, was einst unter strengster Geheimhaltung für militärische Zwecke in den Berg gebaut wurde, ist heute eine Touristenattraktion. Und was heute in der Nähe des Gipfels als Radiostation dient, wird schon bald als Museum und Hotelanlage umfunktioniert.

Veneli Turområde
Nicht ganz so hoch hinaus geht es in der Veneli Turområde in einer traumhaften Umgebung. Die Veneli Turområde ist durchzogen von einem Netz von wunderbaren Wanderwegen, von denen einige sogar ein bisschen Ausdauer und Trittsicherheit erfordern. Wer sie aber gemeistert hat, der wird belohnt mit fantastischen Aussichten auf die spannende Berg- und Seenlandschaft der Telemark.

Sabotørstien
Freunde alter Technik und geschichtlich interessierte Telemark-Besucher sollten Vermork besuchen. Im norwegischen Industriearbeitermuseum – es ist als UNESCO Weltkulturerbe eingestuft – wird nicht nur das alte Wasserkraftwerk mit den riesigen, vom Berg herab führende Wasserleitungen gezeigt, dort geht es auch um das „schwere Wasser“ mit dem Adolf Hitler im zweiten Weltkrieg eine Atombombe bauen wollte. Norwegische Widerstandskämpfer wollten dieses Vorhaben sabotieren, auf ihren Wegen kann man heute wandern: Die „Sabotørstien“ – die „Saboteurswege“ – gehören zu einem Netz von unzähligen Wanderwegen, die die Telemark durchziehen. Und weil Saboteure nicht unbedingt den direkten Weg wählen, sind Teile dieses Weges ziemlich ausgesetzt, einige sollte man nicht ohne ortkündige Führer gehen.

Skigeschichte
Auf die Spuren der sportlichen Geschichte Norwegens begeben kann man sich in Øverbø, dem Geburtstort von Sondre Norheim, der als „Vater des modernen Skisports“ gilt und der dafür sorgte, dass die Telemark als „Wiege des modernen Skisports“ bezeichnet wird. Im Skimuseum Morgedal wird seine Geschichte erzählt, es wird aber auch die Geschichte des Skis von der Steinzeit bis heute mit vielen Darstellungen und Ausstellungsstücken gezeigt. Dazu gibt es Ausstellungsräume, in denen von norwegischen Expeditionen in die Arktis und Antarktis berichtet wird.
Langesund

Wer es lieber beschaulich mag, der entdeckt in der Telemark Orte, die voller Fotomotive sind. Zum Beispiel Langesund: Zur Stadt am gleichnamigen Fjord führen etliche Wanderwege, die durch ein Biosphärenreservat führen. Auch das Hotel Langesund Bad, das man von den Badestellen aus über viele Brücken erreichen kann, ist einen Besuch wert. Unter anderem wichtige Politiker und der Künstler Edvard Munch nutzten das Haus für Aufenthalte. Die Stadt selbst, erstmals 1765 erwähnt, ist ein Kleinod besonderer Art: Im Zentrum befinden sich etliche sehr gut erhaltene alte Gebäude. Auch der Hafen ist sehenswert, vornehmlich Sportboote, aber auch viele Frachtschiffe sind hier zu sehen.
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