Pulsierendes Leben, stille Gassen und ständiger Betrieb auf den Kanälen

„Benvenuto in Venezia“ „Herzlich willkommen in Venedig!“ Der Urlaub in der Lagunenstadt fängt ruhig an: Vom Parkhaus am Rande der Stadt geht es mit der alten Barkasse der Linie 1 durch den Canale Grande – gemütlich, wie vieles andere auch in dieser Stadt, die auch als Stadt der Liebenden bezeichnet wird.
Dabei ist Venedig alles andere als ein ruhiges Städtchen in der Lagune an der nördlichen Adria-Küste. Es ist eine Stadt mit pulsierendem Leben, mit Hektik ganz besonders in den Morgenstunden, wenn Märkte mit Booten beliefert werden, wenn Händler ihre Waren per Schiff bekommen, die Post mit Barkassen ausgefahren wird und Fußgänger mit den „traghetto“ – den „Gondeln für Arme“ – von einer Seite des Canale Grande mit wenigen Ruderschlägen zum anderen Ufer hinübergerudert werden.

Venedig ist aber auch ruhig und romantisch: Liebende und Touristen lassen sich in Gondeln durch die vielen Kanäle fahren, sie unterqueren unzählige Brücken auf denen Fußbänger beim Bummel durch enge und romantische Gassen dem Treiben auf dem Wasser zusehen.
Und dort ist immer etwas los, denn das gesamte verkehrstechnische Leben spielt sich bekanntermaßen auf dem Wasser ab, ohne Schiffe, Barkassen, Boote und natürlich Gondeln läuft in der Lagunenstadt gar nichts. Die Kanäle sind die Lebensadern der Stadt, sie sind Versorgungs- und Rettungswege, dienen der Beförderung von Menschen und Lasten. Auf ihnen fahren die (sehr teuren) Taxiboote, es ertönt das Martinshorn und man sieht Blaulicht, wenn die schnellen Boote der Polizei, des Roten Kreuzes oder der Feuerwehr durch „Straßen“ in der Lagune rasen.

Venedig ist aber auch eine Stadt der Fußgänger: Unzählige Gässchen, die mit Brücken die Kanäle überqueren, durchkreuzen die Stadt, sie laden ein zu Touren, auf denen man hinter jeder Ecke neue, wunderbare und verträumte Winkel entdecken kann. Autos hingegen sucht man (fast) vergeblich, nur wenige Teile der Stadt sind mit ihnen zu erreichen.

Für Menschen, die mit Kamera, Leinwand, Staffelei und Farbe, mit Block und Bleistift unterwegs sind, wird Venedig zur Stadt der neu entdeckten Langsamkeit, denn die Zahl der Motive, die man festhalten möchte, nimmt mit jedem Meter, mit jeder Ecke, um die man biegt, zu. Egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit, ob bei Sonnenschein oder Mondlicht, bei Nebel oder Regen: Wer in Venedig auf Motivsuche geht, wird immer fündig.

Venedig aber muss man selbst erleben, muss mitten drin sein im pulsierenden Leben in den Morgenstunden, der mittäglichen Ruhe, wenn die Caféhäuser voll und die Straßen leer sind, muss dabei sein, wen sich in den Abendstunden die Restaurants und Bistros füllen. Aber Vorsicht: Will man Venedig wirklich genießen, dann sollte man weggehen von den ausgetretenen Touristenpfaden, rein in die Stadtteile, in denen sich nur wenige Besucher der Lagunenstadt verirren. Dort ist Venedig noch schöner, dort ist das Essen und der Wein bezahlbar. Je dichter man an den Piazza San Marco mit dem Palazzo Ducale und der Basilica di San Marco herankommt, desto teurer wird das Leben, im ältesten Caféhaus der Stadt, dem „Café Florian“ kostet der einfache Kaffee schon einmal 6,50 Euro. Aber man muss es einmal gemacht haben – dort zu sitzen, wo all jene sich aufhalten, die gerne einmal gesehen werden wollen. Und das ist im „Café Florian“ garantiert. Man muss es einfach sehen und erlebt haben.

Genauso, wie die Fahrten mit den Linienbarkassen, die wie Busse durch die Kanäle fahren. Mit ihnen eine Fahrt auf dem Canale Grande ist fast genauso reizvoll, wie eine Fahrt mit der Gondel durch die vielen kleinen Kanäle, die von ihm abzweigen und die Stadt wie Straßen durchziehen.
Die optimale Reisezeit? Richtig genießen kann man die Ruhe im Frühjahr, Herbst und Winter. Im Sommer ist die Stadt überlaufen, zum Karneval sollte man wirklich nur fahren, wenn man ihn unbedingt einmal live sehen möchte. Es ist etwas Besonderes, wenn die Masken durch die Gassen schreiten, mit ihnen aber strömen auch Zigtausende von Touristen durch Venedig. Und übernachten in der Lagunenstadt? Zahlreiche Hotels aller Preiskategorien warten auf die Besucher, für jeden Geschmack wird etwas geboten.