Lissabon eignet sich für einen Kurzurlaub: Das Wetter bei uns im Norden lädt oft nur die richtig Hartgesottenen ein zum Verweilen. Viele Menschen zieht es in die Reisebüros oder auf die Reiseportale, sie suchen Plätze, an denen die Sonne scheint und die schnell erreichbar sind. Wie wäre es da mit einem Kurztrip in die portugiesische Hauptstadt Lissabon.

Es ist eine quirlige Stadt am Mündungsdelta des Tejo, dem Fluss an dessen Ufer viele Entdecker ihre Reise in die neue Welt starteten. Lissabon scheint nie zu schlafen, wenn man hier ins Bett geht, dann erwacht dort das Leben.
Neben den typischen touristischen Zielen am Hafen und der Altstadt rund um den weltberühmten Elevator de Santa Justa, der Alfama und dem Chiado lohnt sich der Blick abseits der „Touri-Rennstrecken“: In verwinkelten kleinen Gässchen finden all jene, die das echte portugiesische Leben entdecken möchten, alte Kneipen, in denen bis in die Nacht die markanten Stimmen der Fado-Sängerinnen zu hören sind. Ein Tipp zur Suche: Dort, wo die Speise- und Getränkekarten nur auf Portugiesisch aushängen, liegt man nicht verkehrt.

Der 45 Meter hohe Elevator de Santa Justa verbindet übrigens im Stadtzentrum von Lissabon den Stadtteil Baixa mit dem höher gelegenen Stadtteil Chiado. Nach den Plänen des Ingenieurs Raoul Mesnier de Ponsard wurde die markante Konstruktion 1902 errichtet. Raoul Mesnier de Ponsard war Schüler von Gustav Eiffel, der den nach ihm benannten Eiffelturm in Paris errichtet hatte. Die beiden Kabinen des Elevador de Santa Justa sind original mit Holz und Scheiben mit Messingbeschlägen versehen. Über dem oberen Ausgang, von dem man über eine stählerne Brücke nach Chiado gelang, kann man die noch im Original erhaltenen Liftmaschinen sehen, die 1907 die Dampfmaschine ersetzten, die bis dahin den Aufzug betrieben haben. Ein Stockwerk darüber befindet sich ein Cafe mit Ausblick auf Lissabon.

Unbedingt probieren: Den berühmten Kirschlikör Ginjinha gibt es in winzig kleinen Stehkneipen, die meist am Abend öffnen. Tagsüber erkennt man sie am klebrigen Fußboden vor der Kneipe . . .
Geheimtipps erfährt man häufig von den Straßenbahnfahrern bei ihren abenteuerlich anmutenden Touren über gewagte Steigungen und durch Gassen, an denen niemand vorbeikommt, wenn sie von der Bahn durchfahren werden.

Apropos Straßenbahnen: Mit ihnen eine Stadtrundfahrt zu machen, ist interessanter und günstiger als mit touristischen Unternehmen. Und wenn man dabei das Glück hat, ganz vorne im Wagen zu sitzen, dann erlebt man Lissabon aus einer ganz besonderen Perspektive.

Interessantes Ziel: Der Parque das Nações – der Park der Nationen – ist in Lissabon zu einem lebendigen Stadtteil geworden. Dort, wo vor der Expo im Jahr 1998 Industriebetriebe beheimatet waren, entstand ein Messegelände, dessen Gebäude zum großen Teil noch heute erhalten sind und genutzt werden. Dort gibt es auch das Einkaufszentrum „Centro Vasco da Gama“ mit seinen gläsernen Übergängen. Wenige Meter entfernt an der Rossio dos Olivias werden die Fahnen aller an der Expo beteiligten Länder präsentiert.

Sehenswert auch eine Brücke, über die man nicht gehen, sondern nur fahren kann: Die Ponte Vasco da Gama ist mit einer Länge von 17 Kilometern die längste Brücke Europas. Die Ponte Vasco da Gama überspannt den Tejo und wurde anlässlich der Expo gebaut.