„Edelsteine“ im Nationalpark

Das Seeplateau von Macun im Engadin als Wanderziel

Mit 23 Karseen ein Naturschauspiel besonderer Art: Wer das Seenplateau von Macun im Engadin besucht, entdeckt im Schweizer Nationalpark eine außergewöhnliche Landschaft.

Das Seenplateau von Macun im Engadin ist eine Bergtour wert: Wer von Zernez aus über den Munt Baselgia wandert, der entdeckt „kleine Edelsteine“ im Schweizer Nationalpark. So wirken die 23 kleinen Karseen, die man vom Gipfel des 2 945 Meter hohen Berges aus schon sehen kann.

Drachensage

Sagenumwoben sind die Macun-Seen: Man sagt, im Lai Grond – mit 1,5 ha der größte Karsee – soll einst ein fürchterlicher Drache gehaust haben, der Rinder gefangen und in die Seen hinuntergerissen hat. Wenn Menschen den Drachen gesehen haben, seien sie verschreckt davongelaufen – heißt es zumindest.

Heute sorgt man sich nicht mehr um den Drachen, man ist begeistert vom kristallinen Gestein und von seltenen Pflanzenarten in den Felsen rund um die Macun-Seen. Mit Glück hat dort auch Steinböcke und Gämsen beobachten. Die Steinböcke sorgten übrigens für den Namen der 23 Karseen: Macun der rätoromanische Name für das Alpentier.

Um die auf 2600 Metern Höhe liegenden Karseen zu erreichen, kann man für das erste Stück des Anstieges übrigens das Nationalpark-Taxi nutzen, das Wanderer vom Bahnhof in Zernez aus zum Startplatz der Tour am Plan Sech auf 2200 Meter fährt. Die Zeitersparnis liegt bei über zwei Stunden, die für den Aufstieg über Forstwege nötig wären. Trotz Nationalpark-Taxi wartet dann aber noch eine über sechsstündige Wanderung, will man über den Gipfel des 2945 Meter hohen Munt Baselgia und das Seenplateau nach Lavin im Inntal.

Vom Seenplateau der Macun-Seen hat man einen wunderbaren Blick auf die Gipfel von Piz Fiorna, Piz Buin und der Dreiländerspitze. Zurück zum Ausgangspunkt kommt man von Lavin aus mit der Rhätischen Bahn nach Zernes, dem Ausgangspunkt der Tour zu den „Edelsteinen“ im Nationalpark.

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