Das Ultental – Wandern auf und neben der Spur

Den Winter im Ultental ganz ruhig genießen

Die Nase voll vom Wintersport auf überfüllten Pisten? Vom Warten in langen Schlangen am Skilift? Vom Après-Ski an übervollen Glühweinständen? Kann ich gut verstehen, ist auch nicht mein Ding. Winter ist für mich verbunden mit Ruhe, mit weiten Schneeflächen ohne die Spuren der gewaltigen Pistenraupen, die Nacht für Nacht dafür sorgen, dass das Heer der Skiläuferinnen und Skiläufer am Morgen genau das vorfinden, was sie suchen. Auch auf Lifte kann ich (meistens) gut verzichten, wenn ich auf den Berg rauf möchte, dann geht das auch sehr gut zu Fuß. Skier kommen für mich ohnehin nicht infrage, Schneeschuhe sind da eher angesagt.

Bei der Suche nach dem idealen Areal bin ich schnell fündig geworden, es liegt in Südtirol, nur wenige Kilometer westlich von Meran: Das Ultental mit seiner großartigen Landschaft und den schindelgedeckten Bauernweilern unter dem Ortler zählt zu den ursprünglichsten Tälern Südtirols. Wer auf Spurensuche geht, wird hier sicher fündig. Aber auch Skifahren hat dort etwas wohltuend Unverfälschtes.

Das Ultentag erstreckt sich zum Nationalpark Stilfserjoch und dem Ortler und liegt parallel zum Vinschgau. Eine Winterwelt für Langläufer, Winter- und Schneeschuhwanderer und Rodler.

Und ja, es gibt auch Lifte für Skifahrer – allerdings nur ein paar –, sie führen hinauf zur Schwemmalm, dem etwas größeren Skigebiet im Ultental.

Es sind aber Skigebiete, die abseits des üblichen Alpen-Ballermann liegen. Und es sind Gebiete für all jene, die ursprüngliche und „unaufgeregte“ Schneereviere suchen, in denen es einzig und allein um das perfekte Erlebnis auf den Brettern geht. Die Schwemmalm bietet 20 Abfahrtskilometern und fünf Kilometer schneesicheren Freeride-Reviere.

Ringsum haben Winterfreunde das puristisches Wintervergnügen. Skitourengeher haben im gesamten, 40 Kilometer langen Ultental perfekte Möglichkeiten – und absolute Schneesicherheit rund um das Gletschergebiet im Naturpark Stilfserjoch. Langläufer gleiten auf der hochalpinen Ultner Panorama-Loipe (12 – 25 km) der Sonne entgegen. Schneeschuhwanderer machen sich auf, um vorbei an den urigen Bauernhöfen zu gehen und die verschneite Winterlandschaft zu entdecken. Oder um auf absolut stillen Wegen die weiße Bergwelt zu erkunden. So zum Beispiel vom Weißbrunnsee zum Grünsee zu gehen. Ruhe ist garantiert, allenfalls Tourenskigehern begegnet man auf dem recht anspruchsvollen Weg.

Und auch die Winterwanderer finden abseits der Pisten ihre Reviere: So geht es am beliebten Ultner Höfeweg, auf der Mariolberger Alm, zur Steinrast oder auf die Innere Schemmalm. Auch die drei Urlärchen bei St. Gertraud sind im Winter ein beliebtes Ziel. Sie stehen auf 1.430 Metern Meereshöhe am Rande eines Bannwaldes, der die Außerlahnhöfe vor Lawinen schützt. Die drei gewaltigen Bäume gelten als die ältesten Nadelbaume Europas, bei einer 1930 umgestürzten Lärche wurden über 2.000 Jahresringe gezählt.

Man kann also sagen, das Ultental ist „echt und guat“. „Echt und guat“ steht im Ultental natürlich auch für die besondere Form von Gastfreundschaft. In den Hütten bestimmen regionale Lebensmittel, alte Rezepte und lokale Spezialitäten die Karten. Zur Übernachtung laden Bauernhöfe, Ferienhäuser, Hotels und traditionelle Gasthäuser.

Infos: www.ultental.it, www.merano-suedtirol.it

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