Jul på Liseberg

Besuch auf dem Weihnachtsmarkt in Göteborg

Es ist wieder soweit: Die Weihnachtsmärkte sind geöffnet, zumindest in den Städten riecht es auf vielen Plätzen nach gebrannten Mandeln und Glühwein. Und viele Reiseunternehmen bieten Touren zu den schönsten Märkten an. Mit dem Bus oder mit der Bahn geht es los, morgens hin und abends – gefüllt mit den Eindrücken der Märkte – zurück. Aber halt. Da fehlt doch ein Reiseweg? Warum nicht mal mit dem Schiff zum Weihnachtsmarkt? Zum Beispiel von Kiel aus nach Göteborg?

14 Stunden dauert die Reise zu einem der schönsten Weihnachtsmärkte und gleichzeitig zum größten Weihnachtsmarkt – zumindest in Schweden. Der Start ist pünktlich um 17:45 Uhr in Kiel (Check-In-Ende 17:15 Uhr), dort legen täglich entweder in Stena Germanica oder die Stena Scandinavia ab zur Reise an die schwedische Westküste. Weihnachtsmarktfans erwartet an Bord der beiden Superfähren schon ein erster Eindruck von dem, was sie am nächsten Morgen erwartet: Vorweihnachtlich geht es an vielen Plätzen auf den Fähren zu. Um 9:15 Uhr ist man dann in der Hauptstadt der schwedischen Weihnachtsmärkte.

Allerdings ist noch eine Tour mit der Straßenbahn nötig, um das vorweihnachtliche Highlight zu erreichen: „Jul på Liseberg“ – Weihnachten in Liseberg – im gleichnamigen Vergnügungspark wird noch bis Ende Dezember im Vergnügungspark oberhalb des Zentrums Göteborgs veranstaltet. Ab 15 Uhr (an vielen Tagen im Dezember auch ab 13 Uhr) öffnet der liebevoll geschmückte Markt im Vergnügungspark. In dem warten in den warmen Jahreszeiten unter anderem viele Fahrattraktionen auf die jungen und älteren Besucher. Beim „Jul på Liseberg“ gibt es in der Vorweihnachtszeit Musik- und Theateraufführungen, dazu sind etliche Stände mit süßen schwedischen Spezialitäten, Wurst, Strickwaren und Backwerk, mit Schmuck und vielen weihnachtlichen Artikeln aufgebaut.

Wer nach dem Besuch von „Jul på Liseberg“ noch Lust hat, sich Göteborg anzusehen, der sollte unbedingt noch in die Innenstadt gehen. In den kleinen, aber sehr gemütlichen Einkaufsstraßen der Altstadt – übrigens ganz in der Nähe des Liegeplatzes der Fähre – gibt es viele Geschäfte, Restaurants und Cafés. In Letztgenannten gibt es natürlich auch die unfassbar großen und köstlichen schwedischen Kanelbullar Zimtschnecken, die nicht nur in der Vorweihnachtszeit schmecken.

Und wenn man schon in der Innenstadt ist, dann sollte man eine Kirche besuchen, die gar keine Kirche ist: „Feskekörkan“ – eigentlich heißt sie auf Schwedisch „fiskekyrkan“ – ist eine Markthalle. Den Namen „Fischkirche“ erhielt das zu den markantesten Gebäude Göteborgs zählende Bauwerk der einzigartigen Architektur wegen. Stadtarchitekt Gegerfeld baute das kirchenähnliche Gebäude 1874 und realisierte damit eine riesige Halle, die ohne tragende Säulen und Trennwände auskommt. Der eigentliche Zweck, darin Fischauktionen durchzuführen, ist seit 1910 Geschichte. Der Fischmarkt wurde damals an den Hafen verlegt. Fische und andere Meerestiere spielen aber trotzdem immer noch eine große Rolle, fangfrischen Fisch gibt es dort noch immer, außerdem haben die Händler etliche Spezialitäten in ihren Läden, es gibt Köstlichkeiten zum Mitnehmen oder zum direkten Verzehr in der „Fischkirche“.

Noch ein modernes Highlight der Göteborger Architektur: Wer Menschen beim Baden beobachten möchte, der kann das im Upper House. Das Hotel in den obersten Stockwerken der Gothia Towers, einem Gebäudekomplex aus drei markanten Türmen, verfügt über einen außergewöhnlichen Pool, der an der Fassade gebaut wurde. Man muss noch nicht einmal in das Hotel gehen, die Badegäste sieht von der Straße aus in luftiger Höhe im gläsernen Swimmingpool.

Um nach dem Weihnachtsmarkt, dem Stadtbummel und dem Besuch der vielen Attraktionen zurück an Bord der Stena Germanica oder die Stena Scandinavia zu kommen, kann man das mit einer „Hafenrundfahrt“ verbinden: Mit der Personenfähre Älvsnabben (Linie 285), von der man einen schönen Blick auf den Göteborger Hafen genießen kann, fährt man zur Anlegestelle Klippan unterhalb der Brücke Älvsborgsbron in unmittelbarer Nähe der Fähre.

Die Erinnerungen an den größten und einen der schönsten schwedischen Weihnachtsmärkte und an eine der schönsten Städte Schwedens kann man an Bord der Fähre auf der 14-stündigen Reise zurück nach Kiel genießen.

Die Fähre legt um 17:45 Uhr (Check-In-Ende 17:15 Uhr) in Göteborg ab, um 9:15 Uhr ist der Ausgangspunkt der etwas anderen Weihnachtsmarkttour wieder erreicht.

Ein Tipp: Wer in der Stadt Göteborg mit dem ÖPNV („Västtrafik“) unterwegs sein will, kann die 24-Stunden-Karten der Zone A (= Göteborg) für SEK 115 (ca. € 10,80) kaufen. Sie gilt in Bussen, Straßenbahnen und auf der Personenfähre.

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