Waterloo – Erinnerungen an eine Schlacht

Einmal im Jahr kommt die Geschichte zurück in den wallonischen Ort Waterloo: Nachgestellt wird dort am Wochenende um den 18. Juni die Schlacht, die 1815 die Herrschaft des Napoléon Bonaparte beendete. In diesem Jahr wird das Ereignis am 22. und 23. Juni nachgestellt.

Napoleon im Kreis seiner Generäle wird auch in diesem Jahr wieder in Waterloo zu sehen sein

Seit etlichen Jahren wird die Schlacht bei Waterloo, damals noch ein niederländischer Ort, auf den Original-Schauplätzen in Belgien nachgestellt – allerdings nicht mehr mit 68000 britischen, 45000 preußischen und 72000 französischen Soldaten. An dem Wochenende im Juni sind es „nur“ einige Hundert Männer und Frauen, die die Schlacht der alliierten Truppen unter dem englischen General Wellington und dem preußischen Feldmarschall Blücher gegen Napoléon Bonaparte und dessen Truppen nachspielen.

Die Schlacht bei Waterloo wird an den Originalschauplätzen nachgespielt

Das Ergebnis dieser insgesamt dreitägigen Schlacht ist ja bekannt: 15 Kilometer südlich von Brüssel entfernt schlugen General Wellington und Feldmarschall Blücher den Franzosen, der dort am 18. Juni 1815 „sein Waterloo“ erlebte und dessen Herrschaft am 22. Juni 1815 endgültig als britischer Kriegsgefangener mit der Verbannung nach St. Helena endete.

Den Originalen originalgetreu nachempfunden

Waterloo erinnert nicht nur alljährlich mit zahlreichen Spektakeln am Mémorial 1815, dem großen Informationszentrum, an die Schlacht, dort kann man die Schlacht auf einem 3D Film nachverfolgen, vom Löwenhügel das Schlachtfeld überblicken und das 110 Meter lange und 12 Meter hohe „Panoramagelände“, ein riesiges Panoramagemälde, ansehen. In der Ferme d’Hougoumont werden Erinnerung und Innovation auf respektvolle Weise miteinander verbunden. Ausstellungen gibt es auch in Napoleons letztem Hauptquartier, dem 1757 erbauten Bauernhof „Ferme du Caillou“, und im Wellington-Museum in Waterloo.

Leben im Feldlager

Am Wochenende um den 18. Juni folgt zusätzlich die Darstellung von Szenen aus der Schlacht. So gibt es Blicke in die Biwaks der alliierten Truppen im Bauernhof Hougoumont und französischen Truppen am Fuße des Löwenhügels. Besucht werden kann auch das letzte Hauptquartier von Napoleon.  

Szenen der Schlacht bei Waterloo

Das Feuer der Artillerie der Grande Armée wird dabei immer wieder zu hören sein, Soldaten in den historischen Uniformen sorgen für den Lärm der Schlacht.

Militärgespräche

Der Angriff der französischen Truppen auf den Bauernhof Hougoumont wird am Sonntag nachgestellt. Die Schlacht tobt ab 10.30 Uhr und endet gegen Mittag. Im Juni 1815 dauerte diese Schlacht länger, endete mit der zweiten völligen militärischen Niederlage Napoleons innerhalb kurzer Zeit.

Neben neben der Schlacht

Weitere Vorführungen mit der Besichtigung der Feldlager, der Vorführung der Geschütze, mit Fahrten mit Einspännern zwischen dem Löwenhügel und der Ferme d’Hougoumont und der Besichtigung des Mémorial 1815 gibt es täglich im Sommer und von April bis Juni und im September und Oktober jeweils von donnerstags bis sonntags. Durch die Provinzen Hennegau, Namur und Wallonisch-Brabant führt zudem die etwa 100 Kilometer lange Napoleon-Route. Auf dem Programm der Napoleon-Route stehen 150 Punkte mit Geschichte, Museen, Denkmäler, Folklore, UNESCO-Stätten, aber auch mit grünen Landschaften, Gastronomie und regionalen Produkten. Besucher bleiben auf dem gesamten Parcours mit Hilfe von Hinweistafeln stets informiert.

Feldlagerleben

Im Jahr 2015 gab es übrigens eine erheblich größere Veranstaltung anlässlich des 200. Jahrestages der Schlacht bei Waterloo: Über 6000 „Soldaten“ aus vielen Nationen hatten ihre Feldlager aufgebaut, sie hatten weit über 300 Pferde dabei und richten über 100 Kanonen aufeinander. Am Ende waren es fast 250000 Menschen, die sich vom „Inferno“ – eine nächtliche Großveranstaltung aus Musik, Schauspiel, Feuerwerk und Schlachtdarstellung – am Donnerstag über die (natürlich verkürzte) Nachstellung der beiden entscheidenden Tage am Freitag und Samstag bis hin zu den Besichtigungen der Feldlager in und um Waterloo bewegten.

Appell bei Waterloo

Bei dieser Veranstaltung entstanden übrigens die Fotos zu diesem Blick auf die Schlacht bei Waterloo, die alljährlich an das unrühmliche Ende des französischen Herrscher Napoleon erinnert und tausende Besucher in das wallonische Waterloo lockt – übrigens eine Landschaft, die auch ohne die Erinnerung an die Schlacht bei Waterloo besonders reizvoll ist.

Noch der Führer der französischen Truppen, wenige Tage später Kriegsgefangener: Napoleon erlebte „sein Waterloo“

Den genauen Termin der Großveranstaltung findet man demnächst auf den Internetseiten www.waterloo1815.de , www.visitwallonia.de oder www.wallonie-tourisme.be

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