Entspannung in den Bergen finden, eine einzigartige Landschaft genießen und sich dann dabei noch sportlich betätigen. Geht alles zusammen, man kann das alles haben beim Bogenschießen bei der „Jagd“ auf dreidimensionale Tierdarstellungen. Diese Trendsportart mit gewaltigen Zuwachsraten kann man auch in Österreich in viele Regionen ausüben. Ein Sport, den fast jeder ausüben kann. Und das sogar auf einigen 3D-Parcours ganzjährig. Ich habe mich mal wieder umgesehen und erneut festgestellt, dass man wirklich Entspannung bei der Großwildjagd finden kann . . .

Die Berge genießen kann man auf vielfältige Weise: Die Einen wandern auf ruhigen Wegen, andere kraxeln über abenteuerliche Steige und wieder andere nehmen Seil, Klettergurt, Achter, Friends und erklimmen Gipfel über steile Wände, in denen sich selbst Gämse und Steinböcke nicht mehr wohlfühlen. Berge und Berglandschaften haben ihren Reiz und den üben sie aus auf viele Menschen. Wandern und Bergwandern sind aber auch auf andere Art vielseitig, es gibt an etlichen Orten viel zu entdecken. Zum Beispiel riesige Bären, Hirsche und sogar ab und zu einen Eisbären. „Spinnt der jetzt vollkommen?“, fragt da so mancher, stellt aber schnell fest, dass es all das wirklich gibt. Und noch mehr: All diese Tiere – vom kleinen Murmeltier bis hin zum riesigen Eisbären – kann man jagen. Jagen, ohne damit gegen irgendwelche waidmännischen Vorschriften zu verstoßen: Bär, Eisbär, Hirsch und Murmeltier sind aus Kunststoff, „gejagt“ werden sie mit Pfeil und Bogen. Und finden kann man sie in den vielen 3D-Bogenparcours.

Dass das 3D-Bogenschießen eine Trendsportart ist, zeigt die Zahl der Anlagen, die überrall ständig wächst, es zeigt sich aber auch an der die Zahl derer, die sich der „Bogenjagd“ verschrieben haben und sie ausüben.

Auch ich gehöre zu den Leuten, die mit Pfeil und Bogen auf die Jagd gehen. Seit fast 50 Jahren gehört das 3D-Bogenschießen zu meinen sportlichen Betätigungen. Richtig entspannen kann ich mich dabei, muss mich aber auch ganz schön anspannen, bevor es zu besagter Entspannung kommt. Der Grund: Der Bogen, der genutzt wird um abzuschalten, erfordert ein bisschen Kraft – was aber nicht für jeden Bogen zutrifft, immerhin können auch Kinder den Sport ausüben.

Um die Entspannung beim Bogenschießen zu finden, ist Material fast immer bei den Touren dabei. Bei Reisen begleiten mich Bogen und Pfeile zwischen Dänemark und Portugal. Viele der Touren werden dabei so geplant, dass ich möglichst viel Zeit auf Parcours verbringen kann.

Insbesondere Österreich bietet traumhafte Bogenparcours, die für Anfänger wie auch für Könner ihre Reize bieten. Neulinge in Sachen Bogenschießen erfahren in vielen Parcours unter fachkundiger Anleitung, wie man mit Pfeil und Bogen umgeht, sie lernen, wie man mit dem klassischen Jagdbogen ohne Visier instinktiv schießt, sie erfahren aber auch, wie man mit dem modernen Compoundbogen die Ziele trifft. Auf vielen Bogenparcours können auch all jene, die keine eigene Ausrüstung besitzen, Bogen, Pfeile, Köcher und Armschutz ausleihen und ausprobieren, ob sie auch vom Bogenvirus angesteckt werden.

Meine ersten bogensportlichen Viren habe ich übrigens auf einen FITA-Platz aufgenommen. FITA nennt sich die Art des olympischen Bogenschießens speziellen Plätzen, geschossen wird auf vier feste Entfernungen zwischen 30 und 90 Metern (Männer), beziehungsweise 30 und 70 Metern bei den Frauen. Ich bin allerdings schnell zum Jagd- und Feldbogenschießen in der freien Natur gewechselt. Aus dieser Art des Bogenschießens entwickelte sich dann das Schießen auf 2D-Tierdarstellungen (Tierbilder), dem folgte schon schnell das 3D-Schießen auf aus speziellen Kunststoffen nachgebildete Tiere aller Größenordnungen.

Diese plastischen Tiere sind auch auf den Parcours in zwischen auf den meisten Parcours nach internationalen Regeln aufgestellt, kleine Ziele wie Murmeltier, Hase oder kleine Vögel stehen ab fünf Meter vor dem Abschusspflock, große Ziele wie Bär der Hirsch stehen in Entfernungen von maximal 56 Meter. Es gibt aber auch Parcours, in denen die Maximalentfernung für große Tierdarstellungen bei 70 Metern liegt. Eine Herausforderung auch für Könner. Ein Problem für alle Bogenschützen: Eine Angabe, wie die Entfernung zwischen Abschusspflock und Ziel ist, gibt es nicht und Entfernungsmesser sind beim 3D-Bogenschießen eigentlich tabu – für Anfänger genauso wie für Könner.

Was auch auf den Parcours insbesondere im Alpenraum zu Herausforderungen führt, denn auch dort haben die Anlagen es so an sich, dass sie nur äußerst selten ebenerdig sind – Benutzer sollten also „geländegängig“ sein und überall festes Schuhwerk tragen, es geht – oft weglos nur auf Pfaden – ziemlich kräftig bergauf und bergab. Dank der Landschaft stehen die Ziele so auch schon einmal deutlich oberhalb des Abschusspflocks oder deutlich darunter. „Steilschuss“ nennen die Sportler diese Art der Aufstellung. Schwierigkeiten in der Einschätzung der Entfernung gibt es auch, wenn sich eine Erhebung oder eine Absenkung zwischen dem Standort des Bogenschützens oder der Bogenschützin befindet, auch die geografischen Gegebenheiten sorgen für so manche Fehleinschätzung und damit für einen Treffer, der nicht unbedingt im „Kill“ – wie der Zielpunkt auf der Tierdarstellung genannt wird – landet.

3D-Bogenschießen ist übrigens keine auf besondere Jahreszeiten beschränkte Sportart – auch wenn einige Parcours über Winter geschlossen sind. Und wenn zu viel Schnee liegt, kann man die Strecken ja auch mit Schneeschuhen gehen. Was die Areale noch ein bisschen spannender als zu den schneefreien Zeiten zwischen Frühling und Spätherbst macht.

Das 3D-Bogenschießen – und auch das erwähnte olympische Bogenschießen – kennt übrigens kaum Altersgrenzen: Schon noch recht kleine Kinder können diesen Sport erlernen und selbst Senioren und Seniorinnen sind beim Bogenschießen dabei. Auch Menschen mit körperlichen Behinderungen können den Sport ausüben. Unter den 3D-Parcours sind Anlagen zu finden, bei denen einige Ziele mit Einschränkungen geschossen werden können.

Viele Parcours
Das 3D-Bogenschießen gilt als eine der am schnellsten wachsenden Trendsportarten. Allein in Österreich gibt es Parcours in fast 130 Orten, in Deutschland sind es etwa 110 Orte, an den Bogenschützen und Bogenschützinnen ihren Sport ausüben können. In einigen Orten warten mehrere Parcours. Alle Parcours haben etwas gemeinsam: sie sind spannend in reizvollen Landschaften aufgestellt und bieten viele Schwierigkeiten. Die meisten von ihnen haben unterschiedliche Abschusspositionen für die einzelnen Ziele, sie sind nach internationalen Wettkampfregeln gestellt, für Anfänger und Kinder sind die Entfernungen kürzer, erfahrenere Schützen schießen auf längere Entfernungen.

Informationen zu Bogensport-Parcours in ganz Europa gibt es im Internet unter www.parcourstest.eu und www.3dbogenschiessen.com, dazu haben auch die Zeitschriften „3-D Bogensport“ und „Compound Magazin“ häufig eine Liste mit Parcours in Österreich, Schweiz, Liechtenstein, Südtirol und Deutschland im Heft ( www.bogensport.cc )
hej – will ich auch!!
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