Tibet ist gar nicht so weit weg

Die Jagdhausalm ist als das „tibetanische Bergdorf“ bekannt

An Eingang des Arventals liegt die Jagdhausalm, die seit Jahrhunderten als „Tibetanisches Bergdorf“ bekannt ist

Tibet – für viele ist das ein Traumziel, längst nicht alle werden sich diesen Traum erfüllen (können). So ungefähr 7000 Kilometer liegen ja auch von Deutschland aus zwischen den Reislustigen und ihrem Traumziel. Aber warum soll man den langen Weg nach Tibet auf sich nehmen? Okay, die Landschaft und die Kultur im Tibet haben ihren Reiz, der Aufwand aber, um dorthin zu kommen, ist ja alleine der Strecke wegen gewaltig. Dabei bekommt man zumindest ein bisschen Tibet(gefühl) wesentlich einfacher: In Osttirol, ganz am Ende des Defereggentals, findet man am Eingang des Arventals mit der Jagdhausalm ein kleines Stückchen Tibet. Und weil dieser Ort auch etwas Mystisches hat, habe ich die Jagdhausalm etwas anders fotografiert: Die Infrarotkamera macht des „tibetanische Bergdorf“ noch etwas geheimnisvoller.

Mit der Infrarotkamera habe ich den Ort besucht

Die 15 Steinhäusern und die kleine Kapelle der Jagdhausalm werden schon seit Jahrhunderten das „Tibetanische Bergdorf“ genannt. Das Bergdorf gehört zu den ältesten Almen Österreichs, es wurde im Jahr 1212 erstmals urkundlich erwähnt. Die auf 2009 Meter Höhe gelegene Alm steht schon seit langer Zeit unter Denkmalschutz und wird aufgrund ihrer Erscheinung dem Namen „Klein Tibet“ durchaus gerecht – auch wenn man einen Tempel dort vergebens sucht, das kleine Kirchlein ist aber ein sehenswerter Ausgleich. Dafür aber trumpft die Jagdhausalm mit einem anderen landschaftlichen Highlight auf: Oberhalb der Alm finden Wanderer das „Pfauenauge“, ein kleiner, kreisrunder See, dessen Rand von Hochlandschilf umsäumt ist. Es sei, so wissen Kundige, „ein Wasserkraftort“.

Das Pfauenauge wird als „Wasserkraftort“ bezeichnet

Ein weiteres Highlight gibt es wenige Kilometer weiter: Vom Arvental erreichen Wanderer das Klammljoch und damit auch die Grenze nach Italien. Verbunden ist damit eine weitere Besonderheit der Region um das „tibetanische Bergdorf“:  Das Arvental, das Schwarzachtal und die Jagdhausalm werden noch heute von Südtiroler Bauern bewirtschaftet, obwohl diese Weideflächen in Österreich liegen. Der Grund sind die Jahrhunderte alten Weiderechte, die noch immer bei den Südtiroler Bauern liegen.

Wenige Kilometer von der Jagdhausalm liegt das Klammljoch mit dem Übergang nach Italien

Die Jagdhausalm erreicht man vom Parkplatz des Alpengasthofes Patsch bei Erlsbach an der Schwarzach. Etwa acht Kilometer liegen vor den Wanderern, insgesamt fünf Stunden sollte man für insgesamt 16 Kilometer lange Strecke mit ihren etwa 400 Höhenmetern einplanen. Es sei, so sagt der Tourismusverband Osttirol auf der Seite http://www.blog.osttirol.com, „ein Weg in die Osttiroler Vergangenheit, die selbst in der Gegenwart jeglicher Modernisierung trotzt. Ein Weg, an dessen Ende eine kleine, heile Welt der Traditionen und Bräuche wartet. Es scheint, als trete man ein in ein anderes Land, in dem Historie auf unberührte Natur und endlose Weiten trifft. Kein Wunder, dass man die Jagdhausalm deshalb auch Klein Tibet nennt.“

Die Jagdhausalm ist voller Fotomotive

Ein Tipp für alle, die den langen, aber recht leicht zu gehenden Weg nicht gehen wollen: Die Strecke eignet sich auch hervorragend für Biker – und natürlich auch E-Biker.

Die finden auf der Jagdhausalm übrigens auch eine Ladestation. Und für all jene, die die Jagdhausalm nicht auf Infrarotfotos sehen möchten, gibt es hier noch ein paar Bilder in Farbe.

Die Jagdhausalm

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