Biathlon und Hochfilzen sind untrennbar miteinander verbunden

Na, gehören Ihr auch zu den Leuten, die im Winter voller Begeisterung die Übertragungen von Biathlon-Wettbewerben im Fernsehen oder live an den Strecken verfolgen? Ich ja. Und in Hochfilzen gibt es noch einen weiteren Grund, diesen Sport zu lieben: Dort wartet eine der schönsten und wichtigsten Biathlon-Strecken. Und das Schönste: Man kann dort den Sport nicht nur im Winter erleben, man kann sich dort auch im Sommer mit dem Biathlon vertraut machen und sogar Medaillen gewinnen.

Im Sommer Biathlon-Medaillen gewinnen? Ja, das geht hervorragend, denn in Hochfilzen hat man den Biathlon WM-Pfad eingerichtet. Seit 2019 gibt es diesen Pfad, der an 16 Stationen alles Wissenswerte über den Sport vermittelt – und natürlich auch, welche Bedeutung der Sport für die Region hat.

Armin Kuen, Geschäftsführer des Tourismusverbandes PillerseeTal, brachte es 2019 bei der Eröffnung des Biathlon WM-Pfades auf den Punkt: „Wir wollten das Thema Biathlon ganzjährig für Gäste erlebbar machen.“ Welche Bedeutung das Biathlon für Hochfilzen hat, zeigt jetzt der Biathlon-WM-Pfad, der vom Tourismusverband PillerseeTal eingerichtet wurde.

Auf einem 15 Kilometer langen Weg rund um den Weltmeisterschaftsaustagungsort Hochfilzen erfahren die Wanderer oder Biker viel Wissenswertes über den Sport, der in der Region von besonderer Bedeutung ist. An 16 Stationen werden sie auf großen Tafeln über den Sport informiert, es geht um Fakten, die Geschichte und um die verschiedenen Disziplinen, die es beim Biathlon gibt. Natürlich wird auch das Gewehr vorgestellt, mit dem die Sportler nach dem schnellen Sprint durch die Loipe auf dem Schießstand ihre präzisen Schüsse abgeben. Sogar „schießen“ kann man auf dem Biathlon WM-Lehrpfad: An der Station 6 ist geht es um die Wettkampfstätten und dort kann man auf die fünf Scheiben schießen – allerdings mit einem Wasserdruckgewehr. Ein Spaß, der nicht nur bei Kindern sehr gut ankommt. Natürlich dreht es sich auf dem Pfad durch die reizvolle Landschaft auch um die Weltmeisterschaften, um die Gewinner dieser Wettbewerbe und um die Biathleten aus Hochfilzen.

Das auf dem Biathlon WM-Lehrpfad erworbene Wissen kann man übrigens einsetzen, um im Quiz die eigene Biathlon-Medaille zu gewinnen: An den einzelnen Info-Tafeln wartet ein QR-Code darauf, auf dem Handy eingescannt zu werden. Auf dem erscheint kann eine Frage zum Sport. Die Antwort wird gespeichert, am Ende der Runde kann man dann das Handy in Abholstationen in der Gemeinde Hochfilzen oder den TVB-Büros in Hochfilzen, Fieberbrunn, Waidring, St. Ulrich a.P. oder St. Jakob i.H. vorweisen und erhält die Medaille – kostenlos versteht sich.

Der Biathlon WM-Pfad ist übrigens sehr gut für Familien mit Kindern geeignet, auch mit dem Mountainbike oder dem E-Mountainbike ist der befahrbar. Für Biker gibt es übrigens von Mai bis Oktober spezielle Touren, zu der auch das Schießtraining am Übungsplatz gehören.

Ein besonders interessantes Ziel ist das Biathlonstadion, in dem auch internationale Sportler das ganze Jahr trainieren – im Winter auf Langlaufskiern und im Sommer auf speziellen Rollskiern.

Ein Blick in die Geschichte des beliebten Sports:
Biathlon – den Namen erhielt der Sport 1949, er stammt aus dem Griechischen und bedeutet Zweikampf – entwickelte sich aus der Jagd auf Skiern in Norwegen. Aufzeichnungen darüber sind schon über 5000 Jahre alt. Aufzeichnungen über die Jagd auf Skiern findet man übrigens auch in der chinesischen, der griechischen und römischen Geschichte.
Aus der Jagd wurde im 18. Jahrhundert in Nordeuropa ein Militärsport, 1767 wurden erste Wettkämpfe an der schwedisch-norwegischen Grenze veranstaltet. Biathlon diente bis ins späte 19. Jahrhundert nur der Jagd und militärischen Zwecken. Ein erster Biathlonverein wurde 1861 in Trysil in Norwegen gegründet. In das Deutsche Reich kam der Sport 1895: In dem Jahr gab es erste militärische Wettkämpfe. Bei den olympischen Spielen in Chamonix wurde der als Militärpatrouillenlauf bezeichnete Wettbewerb erstmals 1924 einem nicht militärischen Publikum vorgestellt. Als Demonstrationswettbewerb kam Biathlon 1928, 1936 und 1948 im olympischen Programm, 1960 wurde es offiziell eine olympische Sportart, seit 1988 der Sport auch bei den Paralympischen Spielen vertreten.
Biathlon in den Kitzbüheler Alpen
Bereits 1958 gab es die erste Biathlon Weltmeisterschaft in Saalfelden, 25 Teilnehmer gingen an den Start, 1965 wurde in Hochfilzen mit dem Bau des Biathlon- und Skilanglaufzentrum begonnen, zwei Jahre später wurde es eröffnet. In den Jahren 1978, 1998, 2005 und 2017 wurde dort die Weltmeisterschaft durchgeführt, seit 1986 gibt es regelmäßig den Weltcup. Der wird seit 2003 im Wechsel mit der Biathlon-Weltmeisterschaft veranstaltet.
Das Gewehr
Geschossen wird beim Biathlon mit einem Kleinkalibergewehr, Kaliber .22 lr, auf eine Entfernung von 50 Metern. Bis 1977 wurde beim Biathlon mit Großkalibergewehr geschossen. Die Entfernungen damals: Stehend wurde auf 100 Meter geschossen, liegend waren die Entfernungen 150, 200 oder 250 Meter.
Infos: www.biathlon-wm-pfad.at, www.pillerseetal.at