In zehn Etappen einmal um die Hansestadt Hamburg

Man kann ja sagen, was man will, aber Hamburg ist schon etwas Besonderes. Allein die Lage ist einzigartig, wo man auch hinsieht, fast überall entdeckt man Wasser. Und das wird überquert von vielen Brücken unterschiedlichster Größen. Und vor allem in Mengen, die nicht einmal die Lagunenstadt Venedig zu bieten hat: Die muss sich in der Zahl der Brücken über die Kanäle hinter Hamburg einreihen, die Freie und Hansestadt hat einfach mehr Brücken anzubieten. Und auch sonst hat Hamburg einige Superlative auf der Liste, die die Freie und Hansestadt außergewöhnlich machen. Da wäre das maritime Museum, dessen Ausstellungsstücke aus der größten privaten Sammlung stammen: Peter Tamm (1928 – 2016) hat sie im Laufe seines Lebens zusammengetragen und an eine Stiftung übergeben, die sie jetzt im Internationalen Maritimen Museum in der HafenCity zeigt. Oder das Miniatur Wunderland, das als größte Modelleinenbahnanlage der Welt einen Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde gefunden hat – und auch weiterwächst und so wohl auch diesen Eintrag weiter verteidigen wird.

Hamburg bietet also viel, das zu erkunden lohnt. Aber nicht nur das: Die Stadt gehört zu den grünsten Städten Europas. Und sie wirbt damit auch, denn im städtischen Grün finden sportlichen Menschen etwas, was wieder als ein Alleinstellungsmerkmal gelten kann: Die Hansestadt hat gleich zwei „Grüne Ringe“, die man erkunden kann. Der „1. Grüne Ring“ ist kurz, er führt um die Wallanlagen im Zentrum der Stadt.
Der „2. Grüne Ring“ erfordert allerdings mehr Zeit, wenn man ihn absolvieren will: Ganze 100 Kilometer ist die „Freizeitroute 11“ lang und umspannt die Stadt an ihrem äußeren Rand. Wobei sie ihrem Namen „Grüner Ring“ alle Ehre macht: Die Wege gehen durch Obstanbaugebiete, durch Wälder und Wiesen, begleiten ein Stück die Alster und durch führen durch Parkanlagen. Nur selten geht es entlang viel befahrener Straßen, wenn der „Grüne Ring“ an Fahrwegen verläuft, dann sind es ruhige Straßen.

Und weil der „Grüne Ring“ durch einen wirklich ruhigen Teil der Stadt führt, wird er seit 2020 auch sportlich genutzt: „Run the Ring“ ist eine der Aktionen, bei der Läuferinnen und Läufer die 100 Kilometer lange Strecke in zehn Etappen absolvieren können – immer dem grünen Logo mit dem Ringsymbol und der „11“ folgend. Die hat übrigens eine Bedeutung, denn in den Stadtplänen weist diese Nummer auf den Wanderweg hin, kleine Pfeile unterhalb der Schilder weisen die Richtung, die man gehen, laufen oder radeln soll. Der „2. Grüne Ring“ ist inzwischen fester Bestandteil im Hamburger Wander- und Radwegenetz.

Offizieller Startpunkt des „2. Grünen Ring“ ist der Fähranleger Teufelsbrück, vor dort weisen die Pfeile zum einen im Uhrzeigersinn zunächst nach Norden oder gegen den Uhrzeigersinn nach Süden in Richtung der Fähre, die die Absolventen der Tour zunächst zum Rüschpark auf Finkenwerder auf der südlichen Elbseite bringen, um sich von dort auf den „Grünen Ring“ zu begeben.

Karten benötigt man übrigens für den „2. Grünen Ring“ eigentlich nicht, die Strecke ist sehr gut markiert. Hilfreich sind sie aber doch, denn auf den kleinen Etappenkarten sind auch Punkte vermerkt, die es sich anzusehen lohnt. Und sie zeigen die Punkte, an denen man die Etappen beenden und ohne große Umwege in den öffentlichen Personennahverkehr wechseln kann.

Das Paket mit den acht Etappenkarten und der großen Übersichtskarte gibt es übrigens in den Tourist Informationen und in den Hamburger Bücherhallen.

Zum Zeitaufwand, die Freie und Hansestadt Hamburg auf dem „2. Grünen Ring“ zu umrunden: Bei der Laufaktion „Run the Ring“ benötigten die schnellsten Läufer etwa eine Gesamtzeit von 6:20 Stunden für die zehn Etappen der 100 Kilometer langen Strecke, bei einem der Mammutmärsche absolvierten Extremwanderer den „Grünen Ring“ in unter 24 Stunden. Und dann gibt es ja auch noch die Läuferinnen und Läufer, die die 100 Kilometer nonstop hinter sich bringen: 8:44.57 benötigte 2020 der beste Ultra-Läufer für die Strecke.

Übrigens ist der Lauf „Run the Ring 2024“ wieder gestartet worden, bis zum 30. September haben Läuferinnen und Läufer jetzt Zeit, die zehn Etappen zu absolvieren. Gelaufen wird der „Grüne Ring“ in diesem Jahr im Uhrzeigersinn, die Reihenfolge der Etappen ist den Teilnehmern freigestellt. Wie oft die Etappen gelaufen werden, ist auch jedem Läufer oder jeder Läuferin überlassen, gewertet wird beim Abschluss die schnellste Zeit jeder Etappe.

Und man muss die 100 Kilometer nicht unbedingt laufen: Auch Walker, Wanderer, Marschierer, Skater, Fahrrad- und Rolli-Fahrer und -Fahrerinnen können sich auf den Weg um den „Grünen Ring“ machen. Einzig bei der Anmeldung muss man angeben, auf welche Weise die 100 Kilometer absolviert werden sollen. Für die Zeitmessung kann man übrigens alle gängigen Systeme nutzen, die Tracks werden an die BMS Laufgesellschaft übermittelt und dort ausgewertet. Infos zum Lauf gibt es unter www.run-the-ring.de, Infos zum Wander- und Radweg „Grünen Ring“ unter www.hamburg.de