Madeira – Blumeninsel und Wanderparadies

Wanderer lieben die kleine, zu Portugal gehörende Insel mitten im Atlantik wegen ihrer wunderbaren Landschaft. Aber auch Pflanzen- und Blumenfreunde fliegen gerne nach Madeira. Und Genießer erfreuen sich nicht nur am Madeira, dem nach der Insel benannten Likörwein, sondern auch an den vielen anderen Rebsorten, die im besonderen Klima der Insel reifen und für außergewöhnliche Weine sorgen.

Madeira, knappe zwei Flugstunden von Lissabon entfernt im Atlantik liegend, ist ein landschaftlicher Traum, den zu erkunden Wanderer und Mountainbiker lieben. Sie finden einzigartige Wege und Trails in einer durch Vulkanaktivitäten geformten Landschaft. Aber nicht nur sie sind gerne auf der Insel, die den liebevollen Beinamen „Blumeninsel“ trägt. Und die Gründe, warum Madeira so genannt wird, ist für Blumen- und Pflanzenfreunde der Grund, die Insel zu besuchen.

Eine der Hauptattraktionen ist der Jardim Botânico – der Botanische Garten – auf dessen Areal mehr als 2000 exotische Pflanzen zu finden sind. Neben Orchideen, Magnolien, Kakteen, Palmen und viele anderen sind dabei natürlich auch 100 Pflanzen zu sehen, die auf Madeira beheimatet sind, darunter die allgegenwärtige Papageienblume, die Strelitzie. Sie ist das Wahrzeichen der „Blumeninsel“. Der Jardim Botânico entstand 1960 aus dem früheren Anwesen der Familie William Reid. Der 35.000 Quadratmeter große Park liegt oberhalb von Funchal.

Unweit des Jardim Botânico finden Freunde außergewöhnlicher Gärten in Monte den Jardim Tropical Monte Palace. Seit 1991 ist der von José Berardo eingerichtete Park zugänglich, in ihm spiegeln sich die Einflüsse der Portugiesen im Orient wider. Die bedeutendste Sammlung tropischer Pflanzen ist umrahmt von einer eindrucksvollen Sammlung portugiesischer Fliesen.

Und wenn man den Jardim Botânico und den Jardim Tropical Monte Palace schon besucht: In der Nähe der Parks starten außergewöhnliche Verkehrsmittel, die Ende des 19. Jahrhunderts für die betuchten Bewohner von Monte eingerichtet wurden: Sie wurden mit den „Carro de cesto” – den Korbschlitten auf zwei Kufen – über eine Strecke von vier Kilometern hinab nach Funchal gebracht. Die Fahrt – besser: eine Rutschpartie – mit dem „Carro de cesto” von Monte nach Funchal gibt es noch heute, die Strecke ist allerdings um zwei Kilometer verkürzt. Wie schon bei der Einführung der „Carro de cesto” treiben zwei Schlittenlenker die Korbschlitten in flachen Passagen an und sorgen in Bereichen mit starkem Gefälle dafür, dass sie – und damit die Gäste – heil am Ziel ankommen.

Madeira ist aber auch gut ausgestattet mit Wanderwegen und mit steilen Steigen. So darf bei der Reise auf die Blumeninsel Madeira die Tour zur Ostspitze Ponta de São Lourenco nicht fehlen, die wildzerklüftete Steilküste bietet reizvolle Ansichten und auf dem Weg dorthin passiert man die engste Landstelle der Insel: Der Weg ist nur wenige Meter breit, rechts und links von ihm fällt die Küste steil ab ins Meer. Meiden sollte man den Weg, wenn man seine Ruhe haben möchte. An besonders schönen Tagen machen sich ganze Busladungen auf den Weg, um vom höchsten Punkt einen Blick auf die Nachbarinsel Porto Santo zu werfen. Ein Tipp zum Besuch der Ostspitze: Wer früh am Morgen losgeht, hat noch seine Ruhe. Spätestens ab 11 Uhr ist damit Schluss.

Gewöhnungsbedürftig ist auch dieser Punkt: Das Cabo Girão nahe der Ortschaft Câmara de Lobos an der Südküste der Blumeninsel Madeira ist mit einer Höhe von etwa 580 Metern höchste Steilklippe der Insel, sie ist auch die höchste Steilklippe Europas. Auf die gläserne Plattform, die den Blick senkrecht auf die Atlantikküste ermöglicht, trauen sich längst nicht alle Besucher.

Eine der schönsten Touren – aber auch eine der spektakulärsten – erwartet die Wanderer dabei an der rauen Nordseite der Insel, an der fast immer eine steife Brise weht. Der Weg vom Boca do Risco bis nach Porta da Cruz ist im Bereich der steilen Nordküste „schwarz“ ausgewiesen, Wanderer sollten also unbedingt schwindelfrei und trittsicher sein, wenn sie den Weg hoch über dem Meer gehen wollen. Einige Passagen sind mit Stahlseilen an den Wänden gesichert, trotzdem bedarf es an manchen Stellen Überwindung, den Steig zu gehen. Macht man den Weg aber, dann hat man einen faszinierenden Ausblick auf die schroffe Nordküste der Insel, auf der aber trotz der steilen Hänge auf fast allen flachen Plätzen winzig kleine Felder bewirtschaftet werden. Die Tour beginnt in Machico am alten Caicaltunnel und führt zunächst entlang der Levada do Canical, einer der vielen künstlich angelegten Wasserversorgungswege, zur Boco do Risco. Weiter geht es in Richtung Porta da Cruz. Ein mit einem markanten Stein kenntlich gemachter Vermessungspunkt gehört zu den schönsten Zielen an dieser einzigartigen Steilküste der Blumeninsel Madeira.

Hoch hinaus geht es bei der Tour auf den Pico Ruivo, dem mit 1862 Metern höchsten Berg der Insel. Die „Rote Spitze“ aus Lavagestein ist auf gut ausgebauten Wegen zu erreichen, Wanderer sollten aber trotzdem trittsicher und schwindelfrei sein, vor allem aber sollten sie eine gute Kondition haben. Der einfachste Weg führt in etwa drei Stunden vom Pico do Arieiro auf den Gipfel, der schönere – und anstrengendere – Weg startet am Encumeada-Pass auf 1007 Metern. Fünf bis sechs Stunden sollte man dann allerdings auch veranschlagen.

Ein Muss für alle, die kühne Architektur lieben, sollte sich am Flughafen umsehen: an der nordöstlichen Seite unterquert die CR1, eine der wichtigsten Straßen der Insel, die Start- und Landebahn, die auf einer gewaltigen Brücke. Auf dieser Brücke sollte man nicht zu Fuß unterwegs es, es gäbe wohl Stress mit der Flugsicherung des Flughafens Madeira in Funchal. Der Grund dieser außergewöhnlichen Konstruktion: Die Startbahn wurde im Jahr 2000 durch eine Brückenkonstruktion um 1020 Metern verlängert. Die jetzt fast 2.800 Meter lange und 180 Meter breite Piste steht jetzt auf 180 bis zu 70 Meter über den Meeresspiegel reichenden Betonpfeilern. Ursprünglich war die Startbahn nur 1600 Meter lang. Der als Aeroporto de Santa Catarina 1964 eingeweihte Flugplatz wurde 2017 in Aeroporto Internacional da Madeira Cristiano Ronaldo umbenannt.

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