Featured

Willkommen auf meinem Reisen Blog

Nur wo Du zu Fuß warst, bist Du auch wirklich gewesen . . .

Johann Wolfgang von Goethe hatte schon recht, als er diesen Satz sagte: „Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen”, meinte der große deutsche Dichter, der in seiner Heimat so manchen Kilometer hinter sich gebracht hat.

Und wie Goethe es sagte, habe ich es auch gehalten: „Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen” ist seit Jahren mein Motto. Okay, die ersten Kilometer werden mit dem Auto oder dem Flugzeug gemacht, dann aber sind Rucksack, Zelt und Schlafsack die wichtigsten Begleiter. Und die Ziele sind einfach: Irgendwo zwischen Normal Null an der Küste und hohen Gipfeln in Norwegen, den Alpen oder auf Inseln sind sie zu finden, sie liegen auf dem europäischen Festland Zwischen Nordnorwegen, Italien und Portugal, den Kanarischen Inseln und Madeira.

Als Reiseschreiber war ich lange als Redakteur „zwischendurch“ unterwegs, jetzt widme ich meine volle Zeit dem Erkunden immer neuer Regionen.

Laufen auf dem Grünen Ring

In zehn Etappen einmal um die Hansestadt Hamburg  

Am Fähranleger „Rüschpark“ auf Finkenwerder startet der Grüne Ring gegen den Uhrzeigersinn, auf der nördlichen Elbseite in Teufelsbrück geht es im Uhrzeigersinn auf die 100 Kilometer lange Tour um Hamburger

Man kann ja sagen, was man will, aber Hamburg ist schon etwas Besonderes. Allein die Lage ist einzigartig, wo man auch hinsieht, fast überall entdeckt man Wasser. Und das wird überquert von vielen Brücken unterschiedlichster Größen. Und vor allem in Mengen, die nicht einmal die Lagunenstadt Venedig zu bieten hat: Die muss sich in der Zahl der Brücken über die Kanäle hinter Hamburg einreihen, die Freie und Hansestadt hat einfach mehr Brücken anzubieten. Und auch sonst hat Hamburg einige Superlative auf der Liste, die die Freie und Hansestadt außergewöhnlich machen. Da wäre das maritime Museum, dessen Ausstellungsstücke aus der größten privaten Sammlung stammen: Peter Tamm (1928 – 2016) hat sie im Laufe seines Lebens zusammengetragen und an eine Stiftung übergeben, die sie jetzt im Internationalen Maritimen Museum in der HafenCity zeigt. Oder das Miniatur Wunderland, das als größte Modelleinenbahnanlage der Welt einen Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde gefunden hat – und auch weiterwächst und so wohl auch diesen Eintrag weiter verteidigen wird.

Der Grüne Ring führt auch über die Brücke Kaltenhofe

Hamburg bietet also viel, das zu erkunden lohnt. Aber nicht nur das: Die Stadt gehört zu den grünsten Städten Europas. Und sie wirbt damit auch, denn im städtischen Grün finden sportlichen Menschen etwas, was wieder als ein Alleinstellungsmerkmal gelten kann: Die Hansestadt hat gleich zwei „Grüne Ringe“, die man erkunden kann. Der „1. Grüne Ring“ ist kurz, er führt um die Wallanlagen im Zentrum der Stadt.

Der „2. Grüne Ring“ erfordert allerdings mehr Zeit, wenn man ihn absolvieren will: Ganze 100 Kilometer ist die „Freizeitroute 11“ lang und umspannt die Stadt an ihrem äußeren Rand. Wobei sie ihrem Namen „Grüner Ring“ alle Ehre macht: Die Wege gehen durch Obstanbaugebiete, durch Wälder und Wiesen, begleiten ein Stück die Alster und durch führen durch Parkanlagen. Nur selten geht es entlang viel befahrener Straßen, wenn der „Grüne Ring“ an Fahrwegen verläuft, dann sind es ruhige Straßen.

„Durch die Wüste“: Im Osten Hamburgs führt der Grüne Ring duch die Boberger Dünen

Und weil der „Grüne Ring“ durch einen wirklich ruhigen Teil der Stadt führt, wird er seit 2020 auch sportlich genutzt: „Run the Ring“ ist eine der Aktionen, bei der Läuferinnen und Läufer die 100 Kilometer lange Strecke in zehn Etappen absolvieren können – immer dem grünen Logo mit dem Ringsymbol und der „11“ folgend. Die hat übrigens eine Bedeutung, denn in den Stadtplänen weist diese Nummer auf den Wanderweg hin, kleine Pfeile unterhalb der Schilder weisen die Richtung, die man gehen, laufen oder radeln soll. Der „2. Grüne Ring“ ist inzwischen fester Bestandteil im Hamburger Wander- und Radwegenetz.

Der Weg ist eigentlich auf der Straße, ein Absteicher auf den Deich gibt aber den Blick frei auf die „Wasserkunst Elbinsel Kaltenhofe“

Offizieller Startpunkt des „2. Grünen Ring“ ist der Fähranleger Teufelsbrück, vor dort weisen die Pfeile zum einen im Uhrzeigersinn zunächst nach Norden oder gegen den Uhrzeigersinn nach Süden in Richtung der Fähre, die die Absolventen der Tour zunächst zum Rüschpark auf Finkenwerder auf der südlichen Elbseite bringen, um sich von dort auf den „Grünen Ring“ zu begeben.

Auch durch den Friedhof Ohlsdorf führt ein Teil des Grünen Ringes

Karten benötigt man übrigens für den „2. Grünen Ring“ eigentlich nicht, die Strecke ist sehr gut markiert. Hilfreich sind sie aber doch, denn auf den kleinen Etappenkarten sind auch Punkte vermerkt, die es sich anzusehen lohnt. Und sie zeigen die Punkte, an denen man die Etappen beenden und ohne große Umwege in den öffentlichen Personennahverkehr wechseln kann.

In Wilhelmsburg führt der Grüne Ring an der Windmühle Johanna vorbei

Das Paket mit den acht Etappenkarten und der großen Übersichtskarte gibt es übrigens in den Tourist Informationen und in den Hamburger Bücherhallen.

Auch ein Stück des Alsterwanderweges ist Teil des Grünen Rings

Zum Zeitaufwand, die Freie und Hansestadt Hamburg auf dem „2. Grünen Ring“ zu umrunden: Bei der Laufaktion „Run the Ring“ benötigten die schnellsten Läufer etwa eine Gesamtzeit von 6:20 Stunden für die zehn Etappen der 100 Kilometer langen Strecke, bei einem der Mammutmärsche absolvierten Extremwanderer den „Grünen Ring“ in unter 24 Stunden. Und dann gibt es ja auch noch die Läuferinnen und Läufer, die die 100 Kilometer nonstop hinter sich bringen: 8:44.57 benötigte 2020 der beste Ultra-Läufer für die Strecke.

In Stellingen trifft der Grüne Ring auf einen der Hauptwege zum Volksparkstadion

Übrigens ist der Lauf „Run the Ring 2024“ wieder gestartet worden, bis zum 30. September haben Läuferinnen und Läufer jetzt Zeit, die zehn Etappen zu absolvieren. Gelaufen wird der „Grüne Ring“ in diesem Jahr im Uhrzeigersinn, die Reihenfolge der Etappen ist den Teilnehmern freigestellt. Wie oft die Etappen gelaufen werden, ist auch jedem Läufer oder jeder Läuferin überlassen, gewertet wird beim Abschluss die schnellste Zeit jeder Etappe.

Kartenmaterial für den Grünen Ring gibt es in den Tourist Informationen und in den Hamburger Bücherhallen. Auf der Internetseite www.run-the-ring.de sind die einzelnen Laufetappen zu finden

Und man muss die 100 Kilometer nicht unbedingt laufen: Auch Walker, Wanderer, Marschierer, Skater, Fahrrad- und Rolli-Fahrer und -Fahrerinnen können sich auf den Weg um den „Grünen Ring“ machen. Einzig bei der Anmeldung muss man angeben, auf welche Weise die 100 Kilometer absolviert werden sollen. Für die Zeitmessung kann man übrigens alle gängigen Systeme nutzen, die Tracks werden an die BMS Laufgesellschaft übermittelt und dort ausgewertet. Infos zum Lauf gibt es unter www.run-the-ring.de, Infos zum Wander- und Radweg „Grünen Ring“ unter www.hamburg.de

← Zurück

Vielen Dank für deine Antwort. ✨

Weite Blicke und steile Wege

Auch am nördlichen Ende des Pillerseetals warten schöne Wege. Das 1869 hohe Massiv der Steinplatte an der Grenze der Bundesländer Salzburg und Tirol gehört ohne Zweifel dazu.

Mächtig ragt das Massiv der 1869 Meter hohen Steinplatte über den Pillersee hinaus

„Wenn ihr mal besonders schöne Wege gehen wollt, dann müsst ihr den Drei-Brüdersteig gehen. Aber vorsichtig, der geht ziemlich steil abwärts.“ Bei der Kurzbeschreibung hat man nicht untertrieben, wer von der Steinplatte am nördlichen Ende des Pillerseetals diesen Steig nutzt, der sollte keine Angst vor steilen Wegen haben.

Einen tollen Blich in das Pillerseetal hat man von der Steinplatte

Aber der Reihe nach: Die Ferienregion PillerseeTal ist voll von schönen Wanderwegen, viele von ihnen ohne Schwierigkeiten zu gehen, andere hingegen erfordern Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. So wie der Drei-Brüder-Steig, bei dem man schon etwas genauer hinsehen muss, wenn man den Einstieg sucht.

In der Nähe des Gipfelkreuzes beginnt der Abstieg über den Drei-Brüdersteig

Den Weg rauf auf diesen Berg mit seiner tollen Aussicht auch in das Pillerseetal habe ich auf die bequeme Art hinter mich gebracht: Von Waidring mit der Seilbahn hoch auf 1685 Meter, von dort durch den Triassic-Park hoch zu den Gipfelkreuzen auf 1869 Meter.

Etliche Höhenmeter liegen zwischen der Aussichtsplattform (Bildmitte) und dem Gipfel der Steinplatte

Zwei davon sind oben auf der Steinplatte zu finden, ziemlich genau zwischen ihnen führt ein schmaler Pfad in Richtung der Steilwand, in der der Drei-Brüdersteig abwärts führt – an besonders heiklen Stellen mit Stahlseilen gesichert. Und von den Stahlseilen – und damit auch von den heiklen Stellen – gibt es auf dem Steig einige. Und von Felsblöcken, die den Weg auch nicht unbedingt einfacher machen. Die sorgen allerdings dafür, dass der Steig noch interessanter und spannender wird.

Die wunderbare Landschaft kann man auf der Steinplatte von der Aussichtsplattform am Triassic-Park direkt an der Bergstation der Steinplattenbahn

Belohnt wird man auf den über 300 Höhenmetern immer wieder mit den wunderbaren Blicken unter anderem in die Loferer Steinberge im Süden, den Wilden Kaiser im Südwesten und in das Pillerseetal.

Mit dem Wilden Kaiser im Blick beginnt der Abstieg von der Steimplatte

An der Grünwaldalm auf etwa 1550 Metern stellt sich dann die Frage: Wieder hoch zur Bergstation der Steinplattenbahn oder auf schönen Wegen abwärts nach Waidring?

Stellenweise sorgen Stahlseile für etwas mehr Sicherheit

Ich habe mich für den Weg wieder nach oben entschieden – im Berghaus Kammerkör an der Bergstation konnte ich den wunderbaren Blick in die Bergwelt nochmal beim Bier genießen . . .

Mit jedem Schritt zeigen sich neue Felsformationen

Es gibt neben dem Drei-Brüder-Steig an der Südseite der Steinplatte übrigens auch noch den Alten Steig und den Wieslochsteig. Und wer es noch etwas kniffliger möchte, der kann den Schuaster Gangl Klettersteig gehen. Für den allerdings muss eine komplette Klettersteig-Ausrüstung benutzt werden (Klettergurt, Klettersteig-Sicherungsset und Helm). Eingestuft ist der Klettersteig mit C/D.

Auf dem Steig kann es auch schon mal eng werden

Die Steinplatte ist übrigens im Winter ein beliebtes Skigebiet mit sehr schönen Pisten. Dann allerdings kann man die weiten Blicke an den steilen Abstiegen nicht genießen, die Steige sind bei Schnee und Eis absolut nicht begehbar.

Orientierungshilfe auf der Steinplatte mit einer Bronzeplatte, auf der die sichtbaren Gipfel vermerkt sind

Infos zur Ferienregion PillerseeTal gibt es im Internet unter http://www.steinplatte.tirol , www.kitzbueheler-alpen.com/de/pital/pillerseetal.html

Flach – weit – einzigartig

Wandern auf den Nordpfaden

Einer der Aussichtsplätze auf der Tour „Dör’t Moor“. Die Tour wurde zu „Deutschlands schönstem Wanderweg des Jahres 2021“ gekührt.

Schon Goethe wusste es: „Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah“, soll er gesagt haben. Und er hatte recht, das Gute liegt wirklich nah, man muss nur wissen, wo man es findet. Oder wie man es entdecken kann.

Südlichster Punkt der Nordtour „Zwei Mühlen“ ist die Wassermühle „Bademühlen“.

Zu dem Guten, das so nah liegt, zählen ohne Zweifel die „Nordpfade“. Die durchziehen den Landkreis Rotenburg (Wümme) im Dreieck zwischen Hamburg, Bremen und Hannover auf fast 360 Kilometern mit 24 hervorragend gut gekennzeichneten Routen durch wunderschöne Landschaften, Dörfer und Städte.

Die alte Brücke kann man nicht mehr überqueren, sehenswert ist sie auf den Nordpfad „Ostetal“ trotzdem.

Der Touristikverband des Landkreises Rotenburg (Wümme) hat sich vor etlichen Jahren aufgemacht und die Wanderwege in der Region genauer betrachtet. Von den 84 Wegen, die in dieser Aktion angesehen wurden, erhielten 24 die Markierung „Nordpfad“ – der Kürzeste ist mit 5,2 Kilometern der „Wolfsgrund“. Der beginnt in Eversen am südlichen Rand des Kreises Rotenburg (Wümme) und ist dank seiner Wegebeschaffenheit auch für mobilitätseingeschränkte Wanderfreunde nutzbar. Eine gute Kondition muss man haben, wenn man den Nordpfad „Wümmeniederung“ gehen möchte: Mit 32,5 Kilometern ist er der Längste in der Liste der Wanderwege. Dieser Weg entlang der Wümme beginnt in Rotenburg und führt die Wanderer auf der nördlichen Seite des Flusses bin Evinghausen und auf der südlichen Seite zurück zum Ausgangspunkt der Tour.

Insbesondere in den Sommermonaten sieht man das Wollgras bei der Tour „Dör’t Moor“.

Wer „Dör‘t Moor“ (durch das Moor) geht, der wandert auf „Deutschlands schönstem Wanderweg des Jahres 2021“. Das Wandermagazin verlieh diese Auszeichnung und machte damit den 10,3 Kilometer langen und in Rotenburg startenden Weg zum nördlichsten so ausgezeichneten Wanderweg Deutschlands. „Qualitätswanderweg Traumtour – Wanderbares Deutschland“ dürfen sich die Wege „Dör‘t Moor“, „Kempowskis Idylle“, „Hölzerbruch-Malse“, „Ostetal“ und „Kuhbach Oste“ nennen. Der Deutsche Wanderverband gab diese Auszeichnungen 2019 aus. Auszeichnungen gab es auch für eine außergewöhnliche Idee: Bei der Aktion „Tischlein deck Dich“ können Wanderer an besonderen Rastplätzen auf Vorbestellung bei Gastronomen in der Region ein Essen bestellen und es in freier Natur genießen. Möglich ist das auf den Nordpfaden „Ostetal“ und „Dör’t Moor“.

Der 250 Jahre alte Schafstall Spieker spiegelt die Geschichte des Torabbaus wider.

Als „flach – weit – einzigartig“ beschreiben die Planer die Nordpfade. Und sie haben recht: Die Nordpfade bieten wunderschöne Ausblicke. Und sie wurden zur ersten Flachlandwanderregion in Deutschland, wie man nicht ohne Stolz gerne erwähnt. Jeder der Nordpfade ohne Karte begehbar, denn die Markierungen der 24 Wege sind perfekt ausgezeichnet. Was einer riesigen Zahl freiwilliger Helfer zu verdanken ist, sie überprüfen die Kennzeichnungen und Zustände der Wege regelmäßig und erneuern sie bei Bedarf sofort. Neben dem geschwungenen weißen „N“ auf rotem Grund sind viele Hinweisschilder zu Besonderheiten, Seitenwegen und Abstechern, zu Sehenswürdigkeiten und Verbindungen zu angrenzenden Nordpfaden an den Wegen aufgestellt.

Auf der Vorwerksbrücke in Bremervörde wird die Oste auf dem Nordpfad „Vördersee – Osteland“ überquert.

Die Nordpfade führen nicht nur durch eine sanft hügelige Landschaft mit Wiesentälern, Dünen und Hochmooren, kleinen Heideflächen und Seen, sie führen auch zu Besonderheiten wie Museen, Wind- und Wassermühlen und sehenswerten Kirchen, Galerien und außergewöhnlichen Häusern. Und sie sind teilweise Ausstellungsflächen: An etlichen Wegen haben Skulpturen und Kunstwerke ihren Platz gefunden. Empfehlenswert sind hier die Nordpfade Kempowskis Idylle“ und „Rotenburger Wasserreich“, der Teil des Rotenburger Kulturpfades ist.

Auch im Winter ist der Nordpfad „Vördersee – Osteland“ eine schöne Tour, die mit 20 Kilometer Strecke zu den längeren Wegen zählt.

Begehbar sind die meisten der Nordpfade das ganze Jahr über. Aber Vorsicht: Einige der Wege können bei sehr ungünstigen Wetterlagen und Hochwasser in den Flüssen und Mooren zeitweilig überschwemmt und damit sehr schwer (oder gar nicht) begehbar sein. Das aber sind Ausnahmesituationen, die nicht davon abhalten sollten, die Nordpfade zu erkunden.

An der Wassermühle Eitzmühlen beginnt der Nordpfad „Zwei Mühlen“.

Und das kann man bei kurzen Touren, die in etwa eineinhalb Stunden absolviert werden oder bei ein- oder mehrtägigen Wanderungen, die fast immer gute Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten bieten.

Der Schafstall Spieker

Eine Hilfe dafür hat der Landkreis Rotenburg (Wümme) mit der 90-seitigen Broschüre „Nordpfade – Tourenbegleiter“ und der „Nordpfade – Übersichtskarte“ bereitgestellt. Diese handlichen Informationen gibt es in den Tourist-Infos in den Orten, an verschiedenen Auslagestellen oder auf Anfrage beim Touristikverband Landkreis Rotenburg (Wümme) sowie im Internet unter www.nordpfade.de. Auf der Internetseite gibt es auch aktuelle Hinweise zu Wegestörungen unter anderem durch Hochwasser oder andere Ereignisse.

Immer an der Oste entlang führt der Nordpfad „Ostetal“.

In der Broschüre finden sich zu jedem der 24 Nordpfade Informationen zu Besonderheiten an den Wegen, zur Wegbeschaffenheit, der Weglänge und den durchschnittlichen Gehzeiten, zu den Startpunkten und zur Anreise mit dem ÖPNV sowie zu Parkplätzen für Wanderer, die mit dem Auto anreisen.

Bessere Sicht auf dem Weg „dör’t Moor“ bietet dieser Hochsitz.

Ein Anreiz gesucht, alle 24 Nordpfade zu gehen? Es gibt den „Nordpfade – Wanderpass“, in dem jeder bewältigte Weg mit dem Datum eingetragen wird. Wenn alle Nordpfade gegangen sind, wird ein Bild des Passes – mit einem „Selfie“, aufgenommen möglichst mit einem Hinweisschild der 24 Touren – per Post oder per Mail an den Touristikverband geschickt. Und der bedankt sich dann mit einer kleinen Überraschung und der Möglichkeit, in die „Hall of NORDPFADE“ aufgenommen zu werden.

Die Wanderung „Dör’t Moor“ startet am großen Bullensee.

Ach ja, wer in der Tourismusregion Rotenburg (Wümme) kürzere Wege gehen möchte, der kann den Markierungen mit dem „O“ folgen: Die „Ortswege“ führen die Gäste zu den schönen Plätzen in schönen Orten und Städten im Dreieck zwischen Hamburg, Bremen und Hannover.

Umfangreiche Informationen über die 24 Nordpfade hat der Tourismusregion Rotenburg (Wümme) zusammengestellt.

Übrigens ist dieser Bericht über die Nordpfade nicht nur am Schreibtisch entstanden: Von den 24 Wegen bin ich als „Der Reiseschreiber“ inzwischen auf acht Nordpfaden unterwegs gewesen. Unter anderem ging es bei frostigen Graden im Winter bei Bremervörde auf den Nordpfad „Vörder See – Osteland“, „Dör’t Moor“ bei Rotenburg (Wümme) stand schon dreimal auf der Tourenliste, das „Ostetal“ wurde bei Selsingen erwandert und die „Zwei Mühlen“ bei Zeven habe ich auch schon entdeckt. Und sicher ist das: Die restlichen Nordpfade kommen auch noch dran, die Planungen laufen schon und der Terminkalender liegt bereit.

Stufen, die begeistern

Außergewöhnliche Blicke nach oben – und unten

Ein etwas anderer Bummel durch Hamburg: Nicht von außen die Stadt betrachten, sondern von innen steht auf dem Programm.

Was sich hinter – oft verschlossenen – Türen verbirgt, versucht so manch einer gar nicht erst zu erkunden. Andere – so wie ich als „Der Reiseschreiber“ und Fotograf auf der ständigen Suche nach schönen Motiven – fassen die Türdrücker an und nutzen diese zum Öffnen der Türen, die die Durchblicke so standhaft verweigern. Oder man drückt jene Knöpfe, die oft im Nachhinein einen Summton preisgegeben, mit denen sich eben jene Türen, die bis dahin verschlossen waren, öffnen lassen.

Insbesondere Hamburg ist so eine Stadt, in der es viele Türen meist zu alten Kontor-Häuser gibt, die zu öffnen sich lohnt. Die vielen Büro-Gebäude oft aus der Zeit um 1900 beherbergen nämlich das, was Fans der Architektur-Fotografie nur zu gerne „auf die Platte bannen“ möchten: Treppenhäuser von außergewöhnlicher Schönheit, verziert mit zahlreichen Details an den oft gekachelten Wänden und Geländern, die heute kaum noch ein Schmied herstellen kann, präsentieren sich in einem Zustand, als wären sie erst gestern eröffnet worden.  

Die Erbauer wussten, dass die Treppenhäuser den Besuchern von Kontor-Häusern erste Blicke dorthin ermöglichten, wo sie später ihre Geschäfte machen wöllten. Die Hamburger Kontor-Häuser – und von denen gibt es noch etliche – sind die besten Beispiele: Dieser erste Blick hinter die Eingangstür zeigte, wer in den Büros dahinter weilte, arbeitete und letztendlich auch die Geschäfte machte.

Vielleicht aber zunächst einmal eine ganz sachliche Betrachtung, was eigentlich eine Treppe – und damit ein Treppenhaus – überhaupt ist: „Eine Treppe (süddt. und österr. Stiege in geschlossenen Räumen)“, so weiß Wikipedia, „ist ein aus Stufen gebildeter Auf- oder Abgang, der es ermöglicht, Höhenunterschiede bequem und trittsicher zu überwinden. Das Verhältnis von Steigungshöhe zum Auftritt ist das (genormte) Steigungsverhältnis der Treppensteigung.“

Treppenhäuser haben also eigentlich nur die Aufgabe, Menschen den Weg von der einer Ebene auf eine der – vielen – anderen Ebenen zu ermöglichen. Insbesondere die Architekten der alten Treppenhäuser haben sich beim Bau dieser Treppen aber nicht nur auf den sachlichen Sinn der Stufen beschränkt. Sie haben mit großer Liebe zu Details Besonderheiten realisiert, die auch heute noch dazu führen, dass ältere Treppenhäuser die Betrachter fast magisch anziehen.

Mich als „Der Reiseschreiber“ auch: Wo immer es scheint, dass sich hinter einer (meist schönen) Tür eine besondere Treppe oder ein außergewöhnliches Treppenhaus verbirgt, geht der erste Griff an den Türdrücker. Und gibt der den Weg frei, dann folgt der Blick dorthin, was hinter der Tür verborgen ist. Verbunden damit ist allerdings auch die Suche nach jenen, die es einem erlauben, hier nicht nur hinzusehen, sondern auch das Gesehene mit der Kamera festzuhalten.

Da gibt es natürlich die spontane Ablehnung, Fotos in den Treppenhäusern zu machen – die ohne wenn und aber auch zu akzeptieren ist. Es gibt aber oft auch zahlreiche Infos zu den Treppenhäusern. Und oft auch, von wo der Blick am schönsten ist.

Aber ich muss ehrlich gestehen: Nicht nur die alten Bauwerke haben ihren Reiz. Auch so mancher moderner Bau bietet Blicke auf Treppenkonstruktionen, die – nicht nur den Fotografen – einfach faszinieren.

Manchmal kann man sich des Gedankens nicht erwehren, dass da ein Architekt sich der Ideen seiner Vorgänger bedient hat, um die Treppen zu außergewöhnlichen Blickfängen zu machen. Oder sich vielleicht nur überlegt hat, den Sinn einer Treppe nicht einfach nur auf die eingangs genannte Erklärung zu reduzieren.

Bei meinen Blicken in Treppenhäuser bitte ich zu entschuldigen, dass ich zwar verrate, dass die Fotos in Hamburg entstanden sind, nicht aber in welchem Stadtteil. Auch die Namen der Straße oder gar die Hausnummern, hinter deren Türen die Bilder aufgenommen wurden muss schon jeder selbst herausfinden.

Und meine Bitte an alle, die sich aufmachen, um die Treppenhäuser zu finden: Bevor Ihr Bilder veröffentlicht, fragt bitte, ob die Eigentümer, Mieter und Verwalter damit einverstanden sind, ob die Treppenhäuser, Treppen oder Stiegen gezeigt werden dürfen.

Übrigens gab es zu jedem der Fotos das „Okay“ von zuständigen Leuten hinter den Türen.

Wo Rost und Taue zu Motiven werden

Ein anderer Spaziergang durch den Hamburger Hafen

Mit offenen Augen durch den Hamburger Hafen und dabei Fotomotive entdecken

„Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah.“ Ist so viel dran an diesem Spruch, man ist oft nur zu faul oder zu bequem, ihn umzusetzen. Warum also einfach mal los und das entdecken, was da fast direkt vor der Tür zu finden ist. Zum Beispiel den Hamburger Hafen.

Es sind die Kleinigkeiten, die es zu entdecken gilt

Der ist voll mit sehens- und entdeckenswerten Motiven, man muss nur mit offenen Augen unterwegs sein und den Blick für die schönen Dinge haben. Zum Beispiel für Rost oder für kleine Details, die vielen oft erst auf den zweiten oder dritten Blick auffallen. Beides gibt es an fast jedem Platz im Hafen, mal auf riesigen Flächen, mal in winzig kleinen „Portionen“ an scheinbar makellos lackierten Flächen.

Das Teleobjektiv hilft, Details aufzunehmen

Eines vorweg: Man ist im Hamburger Hafen unterwegs auf einem Arbeitsplatz – einem riesigen, auf dem auf einer Gesamtfläche von 7145 Hektar an fast jeder Stelle gearbeitet wird. Und es gibt viele Bereiche, die einfach tabu für all jene sind, die keine Warnweste, Sicherheitsschuhe und Helm tragen. Wobei manchmal ein freundliches Wort hilft und dank eines netten Mitarbeiters ist man seinem gewünschten Motiv ein Stückchen näher. Und noch etwas: Zäune sollten auch im Hafen nicht als überwindbare Hindernisse, sondern wirklich als Absperrungen betrachtet werden.

Rost muss man im Hafen nicht suchen, er ist überall vertreten

Also Augen auf, wenn es auf die Motivjagd geht.

Auf Motivjagd mit einer der vielen Elbfähren

Empfehlenswert ist natürlich ein Hafenbummel an Bord von Barkassen, die im Liniendienst durch den Hafen fahren oder auf denen Hafenrundfahrten angeboten werden. Die Erstgenannten bieten die Touren zum Nahverkehrstarif an (das Deutschlandticket gilt auch hier), die anderen verlangen teilweise recht hohe Preise für die Touren – sie fahren aber oft auch deutlich näher an die Objekte der Begierde heran. Zum Beispiel an die riesigen Containerschiffe, die an den Terminals liegen. Wer sicher gehen will, dass dort Betrieb herrscht, der sollte sich eine App auf das Handy laden, die Auskunft über Schiffe gibt. Ein Beispiel ist die kostenlose App „Marine Traffic“, sie hat auch Bilder und technische Infos parat.

Mit der Elbfähre unterwegs und einem Teleobjektiv an der Kamera

Tipps für Touren auf den Wasserwegen gefällig? Die beliebteste „Hafenrundfahrt“ ist die mit einer Hafenfähre: Mit der Line 62 der HADAG geht es von den Landungsbrücken vorbei an der Werft Blohm & Voss, an den Containerterminals Tollerort und Waltershof und am Museumshafen Övelgönne nach Finkenwerder. Und mit der Linie 61 fährt von den Landungsbrücken bis zur Köhlbrandbrücke, mit der Linie 73 geht es von dort zur Argentinenbrücke und weiter bis zur Ernst-August-Schleuse und die Linie 72 bringt die Gäste vorbei an den Musical-Theatern auf Steinwerder und der Elbphilharmonie zum Anleger Arningstraße.

Es gibt das ganze Jahr über Motive im Hafen zu entdecken

Genug von der Wasserseite aus gesehen? Dann also zurück an Land: Im Hamburger Hafen gibt es 4262 Hektar Landfläche zu entdecken – leider sind nicht alle Flächen zugänglich. Zu den schönsten Flächen zählen ohne Zweifel die am Hansahafen ganz in der Nähe der Elbbrücken: Dort ist das Deutsche Hafenmuseum am Schuppen 50A beheimatet, die Viermastbark PEKING hat ihren vorläufigen Liegeplatz bis sie in ein paar Jahren zum neuen Museum auf dem Grasbrook verholt wird. Im Hansahafen findet man auch den alten Stückgutfrachter MS BLEICHEN und die historische Senats-Yacht SCHAARHÖRN. Und zahlreiche andere Fahrzeuge, die im Hafen ihren Dienst taten und dort jetzt gehegt und gepflegt werden. Viele von ihnen sind auch zu besichtigen.

Rost ist der ständige Begleiter im Hafen

Und wer mit offenen Augen auf dem Areal des Hafenmuseums und an Bord der Schiffe unterwegs ist, der entdeckt dort den eingangs erwähnten Rost. Und jede Menge anderer Motive, die es anzusehen und zu fotografieren lohnt.

Im Museumshafen in Neumühlen

Aber nicht nur rund um den Schuppen 50A findet man Motive in unendlicher Zahl, Museumshäfen in der Hafencity, Neumühlen, Finkenwerder und Harburg laden ebenfalls ein zum Blick durch den Sucher und dem Druck auf den Auslöser. Und dann sind da ja auch die vielen anderen Ecken, in denen Rost, Details und weite Blicke auf Hafen und Schiffe darauf warten, abgelichtet zu werden.

Ein simpler Poller, betrachtet durch das Teleobjektiv

Wer sich mit der Kamera „bewaffnet“ auf den Weg durch den Hafen macht, der ist gut bedient mit einem guten Weitwinkelobjektiv, denn das Areal ist voll mit spannenden Ansichten. Wer aber den Blick für das Besondere hat, der nimmt das Teleobjektiv, denn mit ihm holt man doch das Wesentliche deutlicher heran. Die maritimen Details werden von vielen Besuchern nur zu gerne übersehen, sie haben nur den Blick für die Totale.

Motive gibt es an 365 Tagen im Jahr und bei jedem Wetter zu entdecken

Und auch das ist wichtig: Weder die Tages- noch die Jahreszeiten sollten Fotografen und Fotografinnen bei ihren Touren aufhalten. „Geöffnet“ hat der der zugängliche Teil des Hafens zu jeder Tages- und Nachtzeit bei jedem Wetter rund um die Uhr und das an 365 Tagen im Jahr.

Der Hafen kennt keine Winterpause für Fotografen

Sollte sich einmal der Winter in den Hafen verirren, dann lohnt es sich, früh unterwegs zu sein zu Zeiten, an denen noch niemand Fußspuren im Weiß hinterlassen und auch noch kein Fahrzeug die Reifenprofile in den Schnee gepresst hat. Ein weiterer Tipp: Besondere Effekte entdeckt man zur „blauen Stunde“, der Zeit ganz kurz dem Sonnenaufgang und kurz dem nach Sonnenuntergang. Und noch ein Tipp: Ein Stativ (empfehlenswert ist ein leichtes Karbonstativ) hilft auch in der Dämmerung oder in der Nacht Verwacklungen – und damit auch Unschärfen – zu vermeiden.

Sonnenuntergang im winterlich geschmückten Museumshafen Neumühlen

Und bei jedem Gang durch den Hafen zeigt sich dann auch wieder: „Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah“.

Antwerpen unter Normal Null

Die flämische Stadt auch einmal von unten betrachtet

Der Hafen von Antwerpen ist voll mit sehenswerten Bauten

Wer von Antwerpen spricht, der spricht von der typischen Architektur im Stil der flämischen Renaissance, die in vielen Straßen und an Plätzen insbesondere im Zentrum noch immer – und in einem sehr guten Zustand – zu finden ist. Er (oder natürlich auch Sie) erwähnt mit Sicherheit, dass Antwerpen der vermutlich größte Handelsplatz für Diamanten ist und erinnert dabei an das Diamantenviertel in unmittelbarer Nachbarschaft der Centraal Station, dem Hauptbahnhof der Stadt. Und Peter Paul Rubens wird genannt. Die Spuren des flämische Barockmaler sind an vielen Orten zu finden: Im Rubenshaus sind Werke des Malers zu finden und auch in der Kathedrale sind große Arbeiten zu sehen. Die Kathedrale überragt überragt die flämische Stadt inzwischen wieder (fast) gerüstfrei, nach jahrelangen Arbeiten ist der Turm wieder in voller Schönheit zu sehen.

Das Havenhuis überragt auch das Areal an den alten Docks

Die Stadt im Norden Belgiens begeistert aber nicht nur durch Diamanten, wunderschöne Straßen und Plätze und ihre kulturelle Vielfalt. Antwerpen ist auch dank der Lage an der Schelde eine bedeutende Hafenstadt: Der Hafen gilt als der zweitgrößte Seehafen Europas und bietet einige außergewöhnliche Besonderheiten.

Das Havenhuis ist von jeder Seite aus ein Blickfang

Da wäre zunächst das von Zaha Hadid entworfene Havenhuis, das Hauptgebäude der Hafenbehörden. Verfehlen kann man das Gebäude kaum: Der Architekt Zaha Hadid erweiterte die ehemalige Feuerwache an der Mexicostraat 37 durch einen aus unzähligen Dreiecken geformten aufgesetzten Gebäudeteil, dessen Architektur an einen Schiffsrumpf erinnert. Die Glasflächen lassen die kühne Konstruktion im Sonnenlicht wie einen Diamanten erstrahlen. Fertiggestellt wurde das Gebäude 2016.

Auf das Gebäude der alten Feuerwache wurde die außergewöhnliche Erweiterung des Havenhuis gebaut

Nur wenige Schritte entfernt kann man in die Hafengeschichte Antwerpens eintauchen: Außerhalb der alten Stadtgrenzen wurden Mitte des 19. Jahrhunderts die Hafenflächen in einem sumpfigen Gebiet erweitert und dabei entstanden auch die ersten Trockendocks, in denen Seeschiffe gewartet und repariert werden konnten. 1863 wurde das erste Trockendock fertiggestellt, drei weitere Trockendocks entstanden, 1930 waren sogar zehn Trockendocks im neuen Antwerpener Hafenteil zu finden.

Einige der alten Trockendocks sind noch am Ufer der Schelde zu sehen

Inzwischen wird an den Schiffen an einem anderen Standort an der Schelde gearbeitet, geblieben sind aber die Docks, die Blicke in die Geschichte dieser Bauwerke freigeben: Anfangs entstanden die Trockendocks noch aus kunstvoll erstellten Mauerwerken, in denen Schiffe ihren Platz fanden. Im Laufe der Zeit wurden es dann stabile Betonbauwerke für die Trockendocks an den Ufern der Schelde errichtet.

Auf dem Boden der alten Trockendocks

Auch wenn sie nicht mehr genutzt werden: Geblieben sind die Docks und einige der Gebäude, in denen Firmen ihren Platz hatten, die an den eingedockten Schiffen gearbeitet haben. Heute beheimatet ein Gebäudekomplex am Droogdokkenweg die Schiffssammlung des MAS, dem Museum aan de Stroom, dessen Hauptgebäude im ehemaligen Hafenviertel am stadtseitigen Ufer der Schelde seinen Platz gefunden hat. Von dort hat übrigens von der Dachterrasse einen sehr guten Blick auf Antwerpen und auch auf das Gelände mit den alten Trockendocks.

Das Museum aan de Stroom (MAS)

Am Droogdokkenweg kann man nicht nur die MAS-Schiffssammlung sehen: Unter anderem kann man direkt an den Hallen das alte Feuerschiff „Lichtship 3 – West-Hinder“ besichtigen, einige Meter weiter in Richtung des „Diamanten“ kann man einen Blick in die Geschichte der Binnenschifffahrt auf Rhein und Schelde werfen: Das Rijn & Binnenvaartmuseum zeigt Schiffe, die auf diesen Gewässern unterwegs waren.

Das Feuerschiff „Lichtship 3 – West-Hinder“

Weitere Attraktionen an den alten Trockendocks findet man in Form des hölzernen Minensuchbootes „M477 Oudenaarde“ und die „P 905 HNLMS Schelde“, einem Patrouillenschiff der Königlichen Niederlande.

Das Minensuchboot „M 477 Oudenaade“

Der Blick in die Docks ist nicht tief genug? Dann lohnt sich der Weg von der Sint-Jansvliet am stadtseitigen Ufer der Schelde zur Frederik van Eedenplein am Westufer der Schelde – allerdings nur für Fußgänger und Radfahrer.

572 Meter lang ist der Sint-Annatunnel

Sie können durch den Sint-Annatunnel gehen, der seit 1933 beide Ufer der Schelde verbindet. 31 Meter geht es hinab unter den Fluss, der Weg ist 572 Meter lang und 4,3 Meter breit – und damit länger, als die Schelde an dieser Stelle breit ist. Was daran liegt, dass die Eingänge zum Sint-Annatunnel jenseits der Sicherheitsmauern liegen, die zum Schutz der Altstadt vor Sturmfluten errichtet wurden.

Hölzerne Rolltreppen führen einen 31 Meter abwärts in den Sint-Annatunnel

Und die Eingänge warten mit Besonderheiten auf: Jeweils zwei hölzerne Rolltreppen führen an beiden Seiten des Tunnels hinab in die Tiefe, sie wurden bereits in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts gebaut und gelten als die ältesten noch erhaltenen voll funktionsfähigen  Holzrolltreppen der Welt. Wer die einzigartigen Rolltreppen nicht nutzen möchte, der kann natürlich auch mit Fahrstühlen in den Tunnel gelangen. Der Sint-Annatunnel ist übrigens in den meisten Teilen im Originalzustand und steht unter Denkmalschutz.

Gebaut in den 30er Jahren und noch heute im Betrieb: Die hölzernen Rolltreppen zählen zu den ältesten der Welt

Viel Wissenswertes über Antwerpen gibt es unter www.antwerpen.be/de , über das Museum aan de Stroom (MAS) unter www.mas.be

Auf den Spuren der Mühlen

Das Mühlenmuseum Gifhorn bietet Blicke in die Geschichte und Technik

Weithin sichtbare Zeichen ist der 44 Meter hohe Galerieholländer, der der Mühle von Sanssouci nachgebaut wurde

Mühlen, egal ob wind-, wasser- oder motorgetrieben, faszinieren die Menschen immer und überall. Nicht nur Kinder bleiben mit staunenden Augen stehen, wenn sich die großen Mühlenkreuze im Wind drehen oder wenn das Wasser über die Schaufelräder der Wassermühlen lauft und die Räder antreibt. Noch größer ist das Staunen, wenn man in den Mühlen sieht und hört, wie die Kraft durch die meist hölzernen Bauteile auf die gewaltigen Mahlsteine übertragen wird und die aus den groben Getreidekörnern feines Mehl wird. Manche Tour wird unterbrochen, wenn Mühlen in das Blickfeld kommen. Oder wenn die Hinweisschilder auftauchen, die man im Raum Gifhorn sehen kann und die dazu einladen, zu erkunden, warum die Stadt im Osten Niedersachsens inzwischen als „Mühlenstadt“ bezeichnet ist.

Die Landschaft für das Mühlenmuseum wurde gestaltet, der Mühlensee angelegt

Am Mühlensee ist der Grund dieser Bezeichnung zu finden: Das Internationale Mühlenmuseum wartet dort auf all jene, die diese Bauwerke gerne sehen und sich von der Technik begeistern lassen. Oder jene, die erleben möchten, warum andere davon fasziniert sind – um anschließend meist selbst fasziniert davon sind.

Die Tiroler Wassermühle ist eines der Originale

14 Mühlen in Originalgröße können angesehen werden, etliche davon Originale, die an anderen Orten ab- und in Gifhorn wieder aufgebaut wurden. Die Mühlen – oder die Vorbilder der in Gifhorn nachgebauten Mühlen – stammen aus verschiedenen Regionen in Deutschland, aus Griechenland, Spanien, Portugal, Frankreich, Russland und Korea. Und es sind nicht nur die in den Himmel ragenden Windmühlen, es sind auch Wassermühlen, eine Rossmühle und eine Schiffsmühle, die zu den echten Raritäten gehören. Das Vorbild der Schiffsmühle stammt übrigens aus Ungarn, der Nachbau der Donauschiffsmühle wurde 1989 an der Ise im Mühlensee eröffnet.

Die Donauschiffsmühle wurde für das Mühlenmuseum nachgebaut

Die Zahl der Mühlen reicht nicht? Dann ist ein Besuch in der Ausstellungshalle zu empfehlen, dort werden fast 50 maßstabsgetreu nachgebaute Mühlenmodelle gezeigt.

Die russisch-orthodoxe Kirche des Heiligen Nikolaus

Das Angebot reicht immer noch nicht? Dann begeistert vielleicht die russisch-orthodoxe Kirche des Heiligen Nikolaus, die hoch über dem Areal des Internationalen Mühlenmuseums thront. Oder der Dorfplatz mit dem historischen Backhaus und dem Trachtenhaus, in dem man sich im gastronomischen Bereich hervorragend stärken kann.

Der Dorfplatz mit dem Trachtenhaus ist frei zuglänglich

Ein Teil des Internationalen Mühlenmuseums mit dem Backhaus und dem Trachtenhaus ist übrigens frei zugänglich, für den Besuch des anderen Teils ist Eintritt zu zahlen, auch für die Besichtigung des Inneren der Kirche des Heiligen Nikolaus muss bezahlt werden.

Die Bockwindmühle „Viktoria“

Das Internationale Mühlenmuseum wurde 1980 eröffnet, eine der ältesten Mühlen ist die 300 Jahre alte Tiroler Wassermühle, eine der imposantesten der Nachbau der historischen Mühle von Sanssouci. Die steht direkt am Dorfplatz und überragt mit einer Höhe von 40 Metern das Areal eindrucksvoll. Der Deutsche Galerieholländer wurde 1984 dem 1945 abgebrannten Original nachgebaut.

Die Mühle von Sanssousi und das Brothaus

Aus Tirol ist die 300 Jahre alte Wassermühle nach Gifhorn gekommen. Errichtet wurde die in Iselsberg-Stronbach bei Lienz in Tirol an einem Wildbach aus massiven Lärchenstämmen. Zwei oberschlächtige Wasserräder treiben zwei Mahlgänge an.

Die Bergholländer-Mühle „Immanuel“ stand ursprünglich in Dithmarschen

Die Bergholländer-Mühle „Immanuel“ kam aus Dithmarschen nach Gifhorn. Sie wurde 1848 in Westdorf errichtet und galt mit ihren Jalousieflügeln als hochtechnische Mühle. 1969 bot der letzte Eigentümer die Mühle als Geschenk an – allerdings mit der Maßgabe, sie müsse wieder aufgebaut werden. Der Verleger Axel Springer erwarb die Mühle, ließ sie restaurieren und schenkte sie dem Mühlenmuseum. 1979 begann das neue Leben des alten Bergholländers „Immanuel“ in Gifhorn.

Das Vorbild dieser Mühle steht auf Mallorca

Ein weiteres Original ist die Bockwindmühle „Viktoria“, die 1882 in Osloß aufgebaut wurde. Das Baujahr allerdings ist älter: In der Mühle ist das mit 1816 vermerkt. Der Landkreis Gifhorn kaufte die Mühle, die 1940 ihren Betrieb einstellte, ließ sie restaurieren und stellte sie 1980 im voll funktionsfähigen Zustand im Mühlenmuseum auf.

Die portugiesische (links) und die griechische (Mitte) Windmühle

Gewaltige Ausmaße hat die Rossmühle, die 1982 nachgebaut wurde. Das Original mit dem 32 Meter messenden hölzernen Zahnrad mit 320 Zähnen wurde 1797 gebaut, angetrieben wurde die Rossmühle von einem Pferd. Die Mühle ist in einem achteckigen Fachwerkbau zu sehen, sie gilt als die größte Pferdemühle Deutschlands.

Die griechische Windmühle „Irini“

Um einen Nachbau handelt es sich auch bei der griechischen Mühle „Irini“, deren Vorbild von der Kykladeninsel Mykonos stammt. Auch die portugiesische Mühle „Anabela“, die Getreidemühle „Moli de Tramuntana“ von der Baleareninsel Mallorca und der provenzalischen Turmmühle „Alphonse Daudet“ wurden im Mühlenmuseum nachgebaut. Detailgetreue Nachbauten sind auch die Windmühle aus der Ukraine und die Wassermühlen aus Korea und Serbien handelt es sich um.

Der Innenraum der russisch-orthodoxen Kirche

Der größte Nachbau ist die 27 Meter hohe russisch-orthodoxe Christ Verklärungskirche mit acht vergoldeten Kuppeln. Das Vorbild von 1765 stand im Dorf Kosljatjewo. Die Kirche ist dem Heiligen Nikolaus gewidmet und wurde am 24. November 1995 durch den Moskauer Patriarchen Aleksij II. geweiht In der Kirche ist eine Ausstellung mit liturgischen Gegenständen aus der Manufaktur des Patriarchats zu sehen. Sie umfasst Ikonen, Öllampen, Leuchter, Gewänder, Stickereien, Taufgefäße, Bibeln und goldene Bilder, die zum Teil dort gemalt werden. Die Innenbesichtigung des mit Ikonenmalereien verzierten Bauwerkes kostet zusätzlichen Eintritt. Vor der Kirche ist das 1948 gegossene Geläut des Mindener Doms aufgehängt.

Das Wasserrad der Schiffsmühle

Infos: www.muehlenmuseum.de

Eine etwas andere Bergtour

Die Besteigung des Pinneberg erfordert keine Sherpas

Rast an einem ganz außergewöhnlichen Gipfelkreuz

Wer Gipfel besteigen möchte, der sollte Bergerfahrungen haben, der sollte trittsicher sein und schwindelfrei auch – zumindest in den meisten Fällen. Was man ja auch gut verstehen kann, immerhin bewegt man sich ja in einem Terrain, das vielfach steil, ausgesetzt und oft auch weglos ist. Dort also, wo man sich auf seinen Orientierungssinn verlassen muss, dort, wo man gute Karten benötigt oder sich auf sein GPS verlässt.

Gipfelkreuz und natürlich auch ein Gipfelbuch sind auf dem Pinneberg

Natürlich gibt es auch Gipfel, die sind einfach zu erreichen, die Wege sind gut ausgeschildert, Markierungen zeigen genau an, wo es lang geht. Und davon gibt es natürlich viele, die meisten allerdings in den Alpen.

Etwa in der Bildmitte ist der Pinneberg zu finden

Ich habe mich aufgemacht zu einem besonderen Gipfel, der ist im Nordwesten Deutschlands zu finden ist und besondere Erfordernisse in Sachen Erreichbarkeit aufweist: Zu Fuß kommt man nämlich nicht dorthin wo der Aufstieg beginnt. Das übrigens auf etwa 5 Meter über Meereshöhe. Und die Tour habe ich im Alleingang gemacht, Sherpas habe ich nicht gebraucht, es reichte ein kleiner Rucksack mit einer wetterfesten Jacke. Auch Sauerstoff war nicht nötig, die salzhaltige Luft am Ort der Bergtour war sogar noch sehr gesund. Verzichten konnte ich auch auf Seile und Steigeisen, sie waren nicht nötig, nur der kräftige Sturm sorgte für besondere Herausforderungen. Dafür gab es nach dem „Gipfelsieg“ eine außergewöhnliche Rundumsicht, denn keine weiteren Gipfel störten den Blick in die reizvolle Umgebung.

Die Aussicht vom Pinneberg wird nicht durch andere Berge gestört

Ziel der etwas anderen Bergtour war der Pinneberg, der mit einer Höhe von 61,3 Meter die höchste Erhebung des Kreises Pinneberg in Schleswig-Holstein ist. Allerding liegt der Gipfel nicht direkt im Kreisgebiet, sondern auf der einzigen deutschen Hochseeinsel Helgoland, die zum Kreis Pinneberg gehört. Und der Berg ist eine Besonderheit, es gibt ihn noch nicht so lange: Entstanden ist er 1947 durch die Sprengung einer Bunkeranlage, die im 2. Weltkrieg dort in den Felsen gebaut wurde. Die Sprengung führt zu Schluchten und Aufwerfungen, die höchste von ihnen besagte 61,3 Meter über der ganz nahen Nordsee. Die „Schluchten“ wurden allerdings im Laufe der Jahre als Deponie genutzt und sind weitestgehend verschwunden. Geblieben ist eine reizvolle Landschaft, die sogar um 1960 in der Hamburg-Ausgabe des Baedecker scherzhaft als „Fränkische Schweiz“ erwähnt wurde. Damals allerdings noch nicht mit dem Namen des „Gipfels“. Der erhielt den Namen Pinneberg erst 1998. In dem Jahr errichteten Wanderfreunde aus Itzehoe im Kreis Steinburg (Schleswig-Holstein) ein Gipfelkreuz aus Aluminium. Natürlich wurde auch ein Gipfelbuch in einem sturm- und regenfesten Wetterkasten gelegt, Gipfelstürmer können sich dort auf Deutschlands am weitesten nordwestlich gelegenen Berg eintragen.

Für die Anreise zur Gipfeltour erfolgt am besten mit dem Schiff

Für Bergsteiger, die die Koordinaten für das GPS benötigen: Den Pinneberg findet man auf 54° 11‘ 11‘‘ N, 7° 52‘ 0‘‘ O. Der Weg dorthin ist allerdings beschwerlich: Man könnte von der deutschen Nordseeküste aus hinschwimmen. Ein Extremschwimmer benötigte im August 2021 18 Stunden für die 50 Kilometer lange Strecke zwischen St. Peter-Ording und der dem Helgoländer Felsen vorgelagerten Düne. Auf der befindet sich auch der Flugplatz, durch den die Anreise mit dem Flugzeug deutlich erleichtert – und verkürzt – werden kann.

Etliche der Besucher, die hier Helgoland verlassen, waren auch auf dem Pinneberg

Es fahren allerdings von verschiedenen Häfen regelmäßig Schiffe zur einzigen deutschen Hochseeinsel. Helgoland ist 4,2 Quadratkilometer groß und hat etwa 1300 Einwohner – und tausende Touristen, die in den Sommermonaten täglich auf die Insel kommen. Und etliche davon besteigen auch den Pinneberg . . .

Die Treppe ins Nichts

Am Dachsteingletscher können ein paar Stufen viel Überwindung bedeuten

Ein beliebtes Fotomotiv: Auf der Treppe ins Nichts entstehen schöne Bilder

Treppen kennt wohl jeder, man weiß, was man mit diesem Begriff verbindet. Man kann sich aber mal etwas genauer mit dem Thema auseinandersetzen, denn es gibt ziemlich ausgefallene Arten, darunter eine, deren Benutzung gute Nerven erfordert. Und die findet man im Dachsteinmassiv.

14 Stufen, die zu gehen für einige Besucher viel Mut erfordern

Vielleicht aber zunächst einmal einer Betrachtung, was eigentlich eine Treppe ist: „Eine Treppe (süddt. und österr. Stiege in geschlossenen Räumen)“, so weiß Wikipedia, „ist ein aus Stufen gebildeter Auf- oder Abgang, der es ermöglicht, Höhenunterschiede bequem und trittsicher zu überwinden. Das Verhältnis von Steigungshöhe zum Auftritt ist das (genormte) Steigungsverhältnis der Treppensteigung.“

Unweit der Bergstation der Dachsteinbahn für die Treppe „ins Nichts“

Also einfacher gesagt: Eine Treppe verbindet zwei unterschiedlich hohe Ebenen miteinander. Ober so: Man nutzt die Treppe, um zum Beispiel vom Erdgeschoss in höhere Etagen zu gelangen. Vielleicht ja auch in den Keller. Dann führen die Stufen eben nach unten. Oder einfach nur ins Nichts. Was soll denn das schon wieder?

„Nervenkitzel mit Aussicht“ hat man auch auf dem Weg zur „Treppe ins Nichts“

Fragen wir doch jetzt einmal die, die genaueres darüber sagen können: „Am Dachstein erwartet dich ein echtes Highlight – 14 schmale Stufen führen dich hinab auf ein Glaspodest in schwindelerregender Höhe. Wer diese Treppe betritt, steht direkt in der Felswand 400 Meter über dem Wandfuß. Wenn du dich auf die „Treppe ins Nichts“ wagst, wird dein Mut schließlich mit einer unglaublichen Rundum-Sicht auf die umliegenden Bergwelten belohnt“, erfährt man in der Urlaubsregion Schladming – Dachstein. Und die Aussicht gibt es sogar senkrecht nach unten, am Ende dieser außergewöhnlichen Konstruktion wartet nämlich eine Glasplatte auf die Treppennutzer, die so ins Nichts blicken können.

Die Hängebrücke wurde 2013 erbaut

Die „Treppe in Nichts“ ist Teil einer 100 Meter langen und nur einen Meter breiten Hängebrücke. Der „Nervenkitzel mit Aussicht“ startet an der Bergstation der Dachstein Gletscherbahn. Ein echter Nervenkitzel, denn den Blick nach unten kann man auch auf der Hängebrücke „genießen“, sie besteht nämlich aus Gitterrosten. Und die machen die Hängebrücke und die Treppe ins Nichts zu einem Abenteuer, die so manchen Besucher davon abschrecken, den „Nervenkitzel mit Aussicht“ auf sich zu nehmen.

Start auf dem Weg zur „Treppe ins Nichts“

Am Ende des „Nervenkitzel mit Aussicht“ wartet übrigens eine weitere Attraktion: Der „Eispalast“ bietet den Gästen eine mystische Welt aus Eis und Schnee im Inneren des Dachsteingletschers. Aber keine Sorgen: Den erreicht man auch, ohne über die Hängebrücke und die „Treppe ins Nichts“ zu gehen. Wobei dieser Weg den Reiz der eisigen Welt im Dachsteingletscher noch deutlich steigert.

Die Hängebrücke und die „Treppe ins Nichts“ am Dachstein-Massiv

Ein paar Daten zur im Juli 2013 fertiggestellten Konstruktion: Die Dachstein Hängebrücke bringt 63 Tonnen auf die Waage, hängt an 58 Millimeter dicken Stahlseilen und besteht aus 30.000 Einzelteilen, die in luftiger Höhe zusammengesetzt wurden. Und sie ist sicher: Wind mit Spitzengeschwindigkeiten von 250 km/h hält sie stand und Belastungen von bis zu 750 Kilogramm pro Quadratmeter sind möglich. Und für die Sicherheit all jener, die die 14 Stufen auf der Treppe in Richtung „Nichts“ gehen wollen sorgen ein 1,3 Meter hohes Geländer.

Harmonisch an das Massiv angepasst: Die Hängebrücke und die „Treppe ins Nichts“

Infos: http://www.schladming-dachstein.at , http://www.derdachstein.at

Geschwindigkeit und Präzision

Biathlon und Hochfilzen sind untrennbar miteinander verbunden

Na, gehören Ihr auch zu den Leuten, die im Winter voller Begeisterung die Übertragungen von Biathlon-Wettbewerben im Fernsehen oder live an den Strecken verfolgen? Ich ja. Und in Hochfilzen gibt es noch einen weiteren Grund, diesen Sport zu lieben: Dort wartet eine der schönsten und wichtigsten Biathlon-Strecken. Und das Schönste: Man kann dort den Sport nicht nur im Winter erleben, man kann sich dort auch im Sommer mit dem Biathlon vertraut machen und sogar Medaillen gewinnen.

Im Sommer Biathlon-Medaillen gewinnen? Ja, das geht hervorragend, denn in Hochfilzen hat man den Biathlon WM-Pfad eingerichtet. Seit 2019 gibt es diesen Pfad, der an 16 Stationen alles Wissenswerte über den Sport vermittelt – und natürlich auch, welche Bedeutung der Sport für die Region hat.

Armin Kuen, Geschäftsführer des Tourismusverbandes PillerseeTal, brachte es 2019 bei der Eröffnung des Biathlon WM-Pfades auf den Punkt: „Wir wollten das Thema Biathlon ganzjährig für Gäste erlebbar machen.“ Welche Bedeutung das Biathlon für Hochfilzen hat, zeigt jetzt der Biathlon-WM-Pfad, der vom Tourismusverband PillerseeTal eingerichtet wurde.

Auf einem 15 Kilometer langen Weg rund um den Weltmeisterschaftsaustagungsort Hochfilzen erfahren die Wanderer oder Biker viel Wissenswertes über den Sport, der in der Region von besonderer Bedeutung ist. An 16 Stationen werden sie auf großen Tafeln über den Sport informiert, es geht um Fakten, die Geschichte und um die verschiedenen Disziplinen, die es beim Biathlon gibt. Natürlich wird auch das Gewehr vorgestellt, mit dem die Sportler nach dem schnellen Sprint durch die Loipe auf dem Schießstand ihre präzisen Schüsse abgeben. Sogar „schießen“ kann man auf dem Biathlon WM-Lehrpfad: An der Station 6 ist geht es um die Wettkampfstätten und dort kann man auf die fünf Scheiben schießen – allerdings mit einem Wasserdruckgewehr. Ein Spaß, der nicht nur bei Kindern sehr gut ankommt. Natürlich dreht es sich auf dem Pfad durch die reizvolle Landschaft auch um die Weltmeisterschaften, um die Gewinner dieser Wettbewerbe und um die Biathleten aus Hochfilzen.

Das auf dem Biathlon WM-Lehrpfad erworbene Wissen kann man übrigens einsetzen, um im Quiz die eigene Biathlon-Medaille zu gewinnen: An den einzelnen Info-Tafeln wartet ein QR-Code darauf, auf dem Handy eingescannt zu werden. Auf dem erscheint kann eine Frage zum Sport. Die Antwort wird gespeichert, am Ende der Runde kann man dann das Handy in Abholstationen in der Gemeinde Hochfilzen oder den TVB-Büros in Hochfilzen, Fieberbrunn, Waidring, St. Ulrich a.P. oder St. Jakob i.H. vorweisen und erhält die Medaille – kostenlos versteht sich.

Der Biathlon WM-Pfad ist übrigens sehr gut für Familien mit Kindern geeignet, auch mit dem Mountainbike oder dem E-Mountainbike ist der befahrbar. Für Biker gibt es übrigens von Mai bis Oktober spezielle Touren, zu der auch das Schießtraining am Übungsplatz gehören.

Ein besonders interessantes Ziel ist das Biathlonstadion, in dem auch internationale Sportler das ganze Jahr trainieren – im Winter auf Langlaufskiern und im Sommer auf speziellen Rollskiern.

Ein Blick in die Geschichte des beliebten Sports:

Biathlon – den Namen erhielt der Sport 1949, er stammt aus dem Griechischen und bedeutet Zweikampf – entwickelte sich aus der Jagd auf Skiern in Norwegen. Aufzeichnungen darüber sind schon über 5000 Jahre alt. Aufzeichnungen über die Jagd auf Skiern findet man übrigens auch in der chinesischen, der griechischen und römischen Geschichte.

Aus der Jagd wurde im 18. Jahrhundert in Nordeuropa ein Militärsport, 1767 wurden erste Wettkämpfe an der schwedisch-norwegischen Grenze veranstaltet. Biathlon diente bis ins späte 19. Jahrhundert nur der Jagd und militärischen Zwecken. Ein erster Biathlonverein wurde 1861 in Trysil in Norwegen gegründet. In das Deutsche Reich kam der Sport 1895: In dem Jahr gab es erste militärische Wettkämpfe. Bei den olympischen Spielen in Chamonix wurde der als Militärpatrouillenlauf bezeichnete Wettbewerb erstmals 1924 einem nicht militärischen Publikum vorgestellt. Als Demonstrationswettbewerb kam Biathlon 1928, 1936 und 1948 im olympischen Programm, 1960 wurde es offiziell eine olympische Sportart, seit 1988 der Sport auch bei den Paralympischen Spielen vertreten.

Biathlon in den Kitzbüheler Alpen

Bereits 1958 gab es die erste Biathlon Weltmeisterschaft in Saalfelden, 25 Teilnehmer gingen an den Start, 1965 wurde in Hochfilzen mit dem Bau des Biathlon- und Skilanglaufzentrum begonnen, zwei Jahre später wurde es eröffnet. In den Jahren 1978, 1998, 2005 und 2017 wurde dort die Weltmeisterschaft durchgeführt, seit 1986 gibt es regelmäßig den Weltcup. Der wird seit 2003 im Wechsel mit der Biathlon-Weltmeisterschaft veranstaltet.

Das Gewehr

Geschossen wird beim Biathlon mit einem Kleinkalibergewehr, Kaliber .22 lr, auf eine Entfernung von 50 Metern. Bis 1977 wurde beim Biathlon mit Großkalibergewehr geschossen. Die Entfernungen damals: Stehend wurde auf 100 Meter geschossen, liegend waren die Entfernungen 150, 200 oder 250 Meter.

Infos: www.biathlon-wm-pfad.at, www.pillerseetal.at